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Autor:
Erschienen:
2020-01-24
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Ist das ein Mensch?

Kritik

Schon in den ersten Seiten zieht einen Primo Levis „Ist das ein Mensch?“ mit einer so schonungslosen Ehrlichkeit in den Bann, dass man kaum aufhören kann zu lesen – auch wenn das Gelesene schwer im Magen liegt. Levi nimmt uns mit in sein Jahr in Auschwitz, zeigt den Alltag in einem Ort, an dem der bloße Überlebenswille zum Hauptschicksal aller wurde. Der kühle, fast nüchterne Blick des Chemikers auf das Lagerleben verstärkt die Grausamkeit der Ereignisse noch – hier wird nicht mit Gefühlen gepanscht, sondern mit klaren Fakten und Beobachtungen gearbeitet. Das macht das Buch so intensiv und eindrücklich.

Levi begegnet uns als charismatische und reflektierte Hauptfigur, die trotz allem versucht, ihre Menschlichkeit zu bewahren und sich immer wieder fragt: Was bedeutet es eigentlich, Mensch zu sein, wenn alles in dir zu zerbrechen droht? Diese Fragen, die er immer wieder stellt, ziehen sich durch jede Seite und nehmen einen völlig gefangen. Sein Stil ist präzise, ohne sperrig zu wirken, was den ernsten Inhalt gut tragbar macht. Man spürt, wie sehr ihm daran liegt, nicht nur Zeugnis abzulegen, sondern auch zu verstehen und mitzuteilen.

Klar, das Buch ist nichts für eine leichte Lektüre auf der Couch – aber wer sich auf diese bedrückende Reise einlässt, wird mit einem Werk belohnt, das emotional trifft und zum Nachdenken anregt, ohne irgendwann ins Überdramatische abzudriften. Manchmal hätte ich mir gewünscht, Levi hätte noch etwas mehr Raum für seine inneren Kämpfe und kleine persönliche Anekdoten gehabt, um den Text ein bisschen lebendiger zu machen – aber das ist vielleicht auch der nüchtern-klare Stil, der dieses Buch ausmacht.

Wenn ihr Interesse an Zeitgeschichte habt, euch nicht vor der Wahrheit scheut und mal einen Blick hinter die Kulissen des Grauens werfen wollt, ist „Ist das ein Mensch?“ definitiv ein Muss. Es erinnert daran, wie zerbrechlich Menschlichkeit sein kann – und wie wichtig es ist, sie zu bewahren.

Fazit: Ein kraftvolles, aufwühlendes Zeugnis, das trotz seines schweren Themas mit ruhiger Klarheit beeindruckt. Empfehlenswert für alle, die bereit sind, sich emotional herausfordern zu lassen.

4 von 5 Sternen.

Klappentext

Februar 1944 bis Januar 1945: Primo Levi beschreibt das Jahr, das er in Auschwitz verbracht hat. Es ist eines der eindrücklichsten Zeugnisse des Holocaust. Durch Levis kühlen Blick des Naturwissenschaftlers auf das Vernichtungslager tritt der alltägliche Horror umso deutlicher hervor. Er schildert, wie der Kampf um das Überleben zum einzigen Ziel eines jeden Tages wurde und wie jeder Einzelne immer wieder auf dieselben Fragen zurückgeworfen wurde: Was macht einen Menschen eigentlich zu einem Menschen und ist es überhaupt möglich, in einer solch todbringenden Umgebung das Menschliche nicht zu verlieren.

FAQ

Februar 1944 bis Januar 1945: Primo Levi beschreibt das Jahr, das er in Auschwitz verbracht hat. Es ist eines der eindrücklichsten Zeugnisse des Holocaust.…

Ein kraftvolles, aufwühlendes Zeugnis, das trotz seines schweren Themas mit ruhiger Klarheit beeindruckt. Empfehlenswert für alle, die bereit sind, sich emotional herausfordern zu lassen. 4 von 5 Sternen.

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