Wenn dir das hier gefiel …
Bretonischer Glanz
Key Facts
Kritik
Manchmal sind es die vermeintlich ruhigen Orte, die die spannendsten Geschichten bergen – so wie Roscoff, das kleine Hafenstädtchen an der bretonischen Küste, das Jean-Luc Bannalec in „Bretonischer Glanz“ zum Schauplatz eines packenden Krimis macht. Kaum denkst du an Fischerdörfer, Zwiebelanbau und gemütliche Hafenbars, zieht es hier schon erste dunkle Wolken am Horizont: Ein Mord mitten im Trubel des berühmten Krimifestivals sorgt für genug Nervenkitzel und Spannung.
Im Zentrum steht Kommissar Dupin, der mit seinem gewohnt kühlen Kopf und seiner charmanten, ruhigen Art die Ermittlungen übernimmt. Unterstützt wird er dabei von seinen bewährten Kollegen Riwal und Kadeg. Besonders schön fand ich, wie Bannalec es wieder mal schafft, seine Figuren so authentisch und bodenständig wirken zu lassen – echte Menschen mit Ecken und Kanten, die man beim Lesen gern begleitet. Der Schreibstil? Locker, flüssig und mit genau dem richtigen Mix aus Lokalkolorit und kriminalistischer Rafinesse. Man merkt, dass der Autor die Bretagne liebt und kennt, ohne dass die Kulisse dabei je zu überladen oder klischeehaft wird.
Was mir richtig gut gefallen hat: Der harmonische Wechsel von entspannten Momenten am Hafen, all den kleinen Details rund um die weltberühmten Roscoff-Zwiebeln – die hier sogar eine eigene mysteriöse Note bekommen – und der zunehmend düsteren Atmosphäre durch die Drohungen und Spannungen vor Ort. Wenn du schon immer mal Lust hattest, in eine Geschichte einzutauchen, die gleichermaßen Lust auf Urlaub an der französischen Küste macht und gleichzeitig ordentlich Nervenkitzel bietet, bist du hier genau richtig.
Einziger Wermutstropfen: Manchmal verläuft die Handlung an manchen Stellen ein bisschen vorhersehbar, und die Konflikte im Hafen sind so eine Art altbekanntes Muster. Aber das schmälert den Lesespaß kaum, weil die Atmosphäre und die sympathischen Charaktere das locker auffangen.
Kurzum: „Bretonischer Glanz“ ist der perfekte Mix aus Urlaubshauch, Kriminalfall und einer Prise Bretagne-Flair – ideal für alle, die es gerne spannend, aber ohne großes Blutbad mögen. Ein Buch zum Abschalten und zugleich mit genug Pfeffer, um nicht nur oberflächlich zu unterhalten.
4 von 5 Sternen – für gute Laune am Meer und spannende Lektüre mit Tiefgang.
Klappentext
Die Mittagssonne lässt die bunten Segel der Boote im Hafenbecken aufleuchten, als Kommissar Dupin sich auf der Terrasse des Amiral niederlässt. Gerade will er sich seinem tartare de bœuf widmen, als sein Handy klingelt: In Roscoff im hohen bretonischen Norden wurde eine junge Frau ermordet aufgefunden – ausgerechnet dort, wo gerade das berühmte Krimifestival stattfindet …
Umgehend macht sich der Kommissar zusammen mit seinen Inspektoren Riwal und Kadeg auf den Weg. In dem Hafenstädtchen, das für seine Zwiebeln weltbekannt ist, herrscht Ausnahmezustand: Inmitten des Festivaltrubels ziehen Mitarbeiter des lokalen Fährunternehmens wegen drohender Entlassungen durch die Straßen.
Außerdem scheinen in der »Bruderschaft zum Schutz der Roscoff-Zwiebel« obskure Dinge vor sich zu gehen. Als Unbekannte beginnen, rätselhafte Drohparolen auf Hauswände zu schmieren, spitzt sich die Lage zu. Für Dupin wird es so gefährlich wie in keinem Fall zuvor …