Portley - Der letzte Bissen - Cornwall Cosy Crime, Folge 1 (Ungekürzt)
Kritik
Zugegeben, Cornwall als Schauplatz für einen mysteriösen Mord – das klingt erst mal nach kuscheliger Hafenromantik und frischer Meeresluft, aber Barbara Alderwood hebt das ganze Cosy-Crime-Genre mit „Portley – Der letzte Bissen“ auf ein echt spannendes Level. Jennifer Hampton flieht mit ihrer Tochter aus dem hektischen Londoner Alltag und versucht, im verschlafenen Portley wieder Fuß zu fassen. Doch Ruhe sucht man hier vergebens: Kaum angekommen, steht ihre Tante Anne im Zentrum eines tödlichen Giftanschlags – und damit beginnt für Jennifer ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit.
Die Figuren fühlen sich gleich vertraut an. Jennifer ist keine schnöde Amateurdetektivin à la „ich hab mal ein Buch gelesen“, sondern durchaus clever, sympathisch und vor allem sehr menschlich. Ihre Tochter Nelly bringt den nötigen Schwung und jugendlichen Charme mit, während Claire und Ben die Geschichte mit wenigen, aber wirkungsvollen Akzenten bereichern. Der Schreibstil ist locker, dabei aber nicht platt – einfach ein angenehmer Mix aus Humor, Spannung und den kleinen Alltags-Momenten, die das Leben in Portley so lebendig wirken lassen.
Besonders gelungen ist die Atmosphäre: Man riecht fast den Teig aus Annes Bäckerei und spürt die Salzwolken auf der Haut. Der Kontrast zwischen idyllischem Küstenstädtchen und finsterem Mordfall ist spannend umgesetzt und hält tatsächlich die Balance zwischen leicht und ernst. Zugegeben, manche Wendungen sind vorhersehbar, und an manchen Stellen hätte ich mir doch noch eine Prise mehr Tiefgang bei den Nebencharakteren gewünscht. Aber für ein erstes Hörabenteuer absolut in Ordnung.
Wenn du also Lust auf einen gemütlichen Krimi mit Herz, Humor und einer ordentlichen Portion Cornwall-Feeling hast, bei dem du weder im Nebel der Handlung verloren gehst noch auf nervenaufreibende Action wartest, dann bist du hier richtig. „Portley – Der letzte Bissen“ ist wie ein leckerer Snack zum Kaffee: kurzweilig, gut verdaulich und macht definitiv Appetit auf mehr.
4 von 5 Sternen – ein starker Auftakt, den ich gerne weiterempfehle.