Gierige Wölfe in Abilene: Western
Key Facts
Kritik
Wer Lust auf einen Western mit genau der richtigen Portion Staub, Spannung und rohem Charme hat, der ist bei Neal Chadwicks „Gierige Wölfe in Abilene“ genau richtig. Die Geschichte wirft uns direkt in den staubigen Sog der kleinen Grenzstadt Abilene, wo sich wilde Hoffnungen und düstere Geheimnisse die Hand geben – und mittendrin steht John Dewey, ein Sheriff, der den Balanceakt zwischen Gesetz und Chaos ziemlich gut draufhat.
Der Plot bringt keine überraschenden Wendungen, aber das braucht er auch nicht, denn gerade das authentische Feeling macht das Buch aus. Man spürt förmlich die Hitze des Tages, den bitteren Geschmack der Entscheidungen und die wachsende Unruhe in den Straßen. John Dewey als Hauptfigur ist kein superheldenhafter Typ, sondern eher ein Typ mit Ecken und Kanten, was ihn umso glaubwürdiger macht.
Besonders gefallen hat mir Chadwicks Umgang mit Sprache: Der Stil ist eben nicht überladen, sondern trifft genau den Ton, den man sich von einem Western erwartet – rau, direkt und mit einem Augenzwinkern. Ab und an tauchen zwar kleine Klischees auf, die man aus dem Genre kennt, aber das stört kaum, weil die Story und die Atmosphäre einfach überzeugen.
Was mir ein wenig gefehlt hat, war manchmal mehr Tempo und etwas mehr Tiefe in den Nebenfiguren, die bleiben stellenweise ein bisschen blass. Aber hey, für einen entspannten Westernabend sitzt man hier definitiv nicht falsch.
Kurz gesagt: Wer auf Western steht, die ohne viel Schnickschnack mitten ins Herz der Prärie treffen, wird mit „Gierige Wölfe in Abilene“ ein gutes Stück Unterhaltung finden. Für mich ein solides Stück Genre-Handwerk mit Feel-Good-Potenzial.
4 von 5 Sternen – ein staubiger, starker Ritt, der Lust macht, mehr zu entdecken.