Die Päpstin (Gekürzt)
Kritik
Manchmal stolpert man über eine Geschichte, die einen sofort packt – „Die Päpstin“ ist so ein Buch. Die Erzählung nimmt dich mit ins düstere 9. Jahrhundert, wo Johanna gegen alle Widerstände ihren Weg geht – eine Frau, die sich als Mann tarnt, um Bildung und Freiheit zu erlangen. Schon allein die Idee, dass sie zum Papst aufsteigt, klingt irre spannend und macht total neugierig.
Die Handlung bewegt sich flott, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren, und präsentiert eine mutige Hauptfigur, die man sofort ins Herz schließt. Johanna ist nicht diese perfekte Heldin aus dem Bilderbuch, sondern eine echt greifbare Frau mit Schwächen und Ängsten – das macht sie richtig lebendig. Donna W. Cross schreibt dabei zugänglich und mit genug Tempo, um die Spannung aufrechtzuerhalten, ohne dabei zu oberflächlich zu sein.
Besonders gefallen hat mir, wie das Buch das Thema Geschlechterrollen und Macht in einer längst vergangenen Zeit behandelt, ohne zu missionarisch zu wirken. Trotzdem hätte ich mir stellenweise einen etwas runderen Erzählfluss gewünscht – die Kürzung schwingt manchmal mit, das merkt man an ein paar abrupten Szenenwechseln. Aber hey, das ist meckern auf hohem Niveau.
Wer Lust auf ein historisches Drama mit einer starken Frau in der Hauptrolle hat, das neben packender Handlung auch zum Nachdenken anregt, ist hier genau richtig. Für Fans von Geschichten, die Geschichte lebendig machen und dabei großen Spaß machen, ist „Die Päpstin (Gekürzt)“ definitiv einen Blick wert.
4 von 5 Sternen – ein mitreißender Mix aus Geschichte, Mut und ein bisschen Wahnsinn.