Die Säulen der Erde
Kritik
Kaum zu glauben, wie sehr einen ein Buch aus dem Mittelalter packen kann – „Die Säulen der Erde“ hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Es geht um weit mehr als nur um Steine und Mauern: Ken Follett erzählt von Träumen, die selbst in düsteren Zeiten nicht verblassen, von Menschen, die gegen alle Widrigkeiten kämpfen – und natürlich von einer Kathedrale, die zum Sinnbild von Hoffnung und Ehrgeiz wird.
Die Handlung spielt in England zwischen 1123 und 1173 und wir begleiten den jungen Prior Philip, der mit seiner Vision von Frieden gegen Jahrhunderte voller Konflikte anrennt. Dazu kommt Tom, der Baumeister, dessen Hände und Herz an jedem Stein hängen, und Aliena, die starke Grafentochter, die nicht nur mit ihrem Schicksal, sondern auch gegen skrupellose Gegner kämpft. Drei Charaktere, die man schnell ins Herz schließt – sie sind facettenreich, mutig und manchmal auch verletzlich, was dem epischen Plot eine sehr menschliche Note verleiht.
Folletts Schreibstil ist dabei ein echtes Highlight: Klar, lebendig und mit einer eingängigen Erzählweise, die solche historischen Details verständlich macht, ohne zu belehren oder zu langweilen. Zwischendurch dachte ich: „Okay, wann ist endlich das nächste spannende Drama dran?“ – und genau das macht das Buch so fesselnd. Es ist ein bisschen wie ein historisches Serien-Drama zum Eintauchen.
Natürlich nimmt sich der Roman Zeit, was für manche Geduldige super ist, für Leser:innen, die es gerne knackig mögen, vielleicht ein bisschen zu ausführlich. Zwischendrin hätte ich mir manchmal etwas weniger Detailverliebtheit gewünscht, aber hey – das ist eben Folletts Stil und wer auf dicke Schmöker mit Tiefgang steht, ist hier goldrichtig.
Kurz und knapp: Wer Lust auf eine mitreißende Mischung aus Geschichte, Drama und starken Figuren hat, kann hier ohne Bedenken zugreifen. „Die Säulen der Erde“ ist kein Buch zum schnellen Durchlesen – es ist eines, das man genießt und an dem man lange hängt.
** (4 von 5 Sternen)