Das Winken der vergnügten Katze
Kritik
Schon beim ersten Eintauchen in „Das Winken der vergnügten Katze“ spürt man diese wohltuende Ruhe, die wir im hektischen Alltag viel zu selten finden. Thomas A. Herrig schafft hier mit 28 kleinen Geschichten genau das: Momente des Innehaltens, die einen sanft durch den Tag tragen.
Die Erzählungen handeln von Menschen, die mit Zweifeln, kleinen Missgeschicken und dem digitalen Trubel kämpfen – und dabei lernen, das Leben wieder mehr zu genießen. Dabei wirken die Figuren nie belehrend, sondern ganz lebendig und nahbar; man kann sich schnell in ihnen wiederfinden. Herrigs Schreibstil ist dabei wie eine angenehme Teestunde: leicht, mit einem Augenzwinkern und dennoch tiefgründig. Besonders schön ist, wie er japanische Gelassenheit und moderne Achtsamkeit miteinander verwebt, ohne ins Esoterische abzurutschen.
Was mir besonders gefällt: Das Buch ist keine Daueransage zur Selbstoptimierung, sondern lädt ganz entspannt dazu ein, mal kurz durchzuatmen und die Welt mit einem Lächeln zu sehen. Manchmal hätte ich mir noch ein bisschen mehr Pepp oder überraschendere Wendungen gewünscht, aber das steht der sanften Atmosphäre natürlich ein wenig entgegen.
Kurz und knapp: Wer gern in Geschichten versinkt, die beruhigen, kleine Lebensweisheiten vermitteln und dazu anregen, bewusster zu leben – der liegt hier genau richtig. Ein Buch für alle, die öfter mal den Pause-Knopf drücken wollen, ohne sich mit zu viel „Muss“ vollzupacken.
4 von 5 Sternen – ein charmantes Plädoyer für mehr Gelassenheit im Alltag. Perfekt für gemütliche Nachmittage auf dem Sofa.