Feuer und Blut - Erstes Buch
Kritik
Direkt rein in die brodelnde Welt der Targaryens — dieses Buch zieht dich sofort in einen Strudel aus Macht, Intrigen und Drachenfeuer. Wer schon „Game of Thrones“ liebt, wird hier seinen historischen Schatz finden, denn „Feuer und Blut - Erstes Buch“ erzählt die Vorgeschichte des Hauses Targaryen über ganze 280 Jahre hinweg. Keine einfache Handlung wie in einem normalen Fantasy-Roman, sondern ein vielschichtiges Chronik-Werk, das mit seinen detaillierten Beschreibungen von Krieg, Politik und Familienzwist wirklich beeindruckt.
Im Mittelpunkt stehen die Targaryens, von Aegon dem Eroberer bis zu ihren Nachfahren, deren Drachen das Schicksal von Westeros bestimmten — mal faszinierend heldenhaft, mal erschreckend grausam. George R.R. Martin gelingt es, die Charaktere lebendig und facettenreich darzustellen, ohne zu sehr zu dramatisieren. Der Stil ist elegisch und fast schon historisch, was das Lesen zu einer etwas anderen, aber wirklich lohnenswerten Erfahrung macht. Man spürt die Mühe, die in jeder Seite steckt, und das liebevolle Zusammenspiel von Fakten und Fantasie.
Witzigerweise fühlt sich das Buch manchmal eher wie ein Geschichtsbuch an, was den Lesefluss etwas hemmen kann. Auch der Tonfall wirkt manchmal zu nüchtern, was nicht jedem Fan der turbulenten „Song of Ice and Fire“-Reihe gefallen dürfte. Man muss also Lust auf ein detailreiches Eintauchen in eine fantastische Welt haben und darf keine schnelle, actiongeladene Story erwarten.
Am Ende überzeugt „Feuer und Blut“ vor allem durch seine epische Tiefe und sein historisches Feeling – eine perfekte Ergänzung für alle, die Westeros noch besser verstehen wollen. Es fordert allerdings Geduld und Offenheit für ein ungewohntes Erzähltempo. Für mich ist es mit 4 von 5 Sternen eine klare Empfehlung für Targaryen-Fans und Geschichts-Nerds unter den Fantasy-Liebhabern. Wer eher auf rasante Handlung steht, kann hier vielleicht auch mal eine Pause einlegen.
Klappentext
Was für Tolkien-Fans das Silmarillion ist, erscheint nun von George R.R. Martin – die epische Vorgeschichte von Das Lied von Eis und Feuer/Game of Thrones! Drei Jahrhunderte, bevor die Serie beginnt, eroberte Aegon Targaryen mit seinen Schwestergemahlinnen und ihren drei Drachen den Kontinent Westeros. 280 Jahre währte die Herrschaft seiner Nachkommen. Sie überstanden Rebellion und Bürgerkrieg – bis Robert Baratheon den irren König Aerys II. vom Eisernen Thron stürzte. Dies ist die Geschichte des großen Hauses Targaryen, niedergeschrieben von Erzmaester Gyldayn, transkribiert von George R.R. Martin.
Gelesen von Reinhard Kuhnert, der Hörbuchstimme von "Das Lied von Eis und Feuer"
Als „House of the Dragon” von HBO verfilmt.
Editorischer Hinweis: Alle Namen und Bezeichnungen in Feuer und Blut folgen in der Aussprache den Hörbüchern von Das Lied von Eis und Feuer, um ein einheitliches Hörerlebnis sicherzustellen. Diese Hörbuch-Vertonungen begannen bereits vor der Verfilmung auf Grundlage der usprünglichen Übersetzungen und unterscheiden sich daher von der Verfilmung und der aktuellen deutschen Buchausgabe.