Rachewinter
Kritik
Manchmal braucht es eben genau so einen Thriller, der einen von der ersten Seite an packt und nicht mehr loslässt – „Rachewinter“ von Andreas Gruber schafft das spielend. In diesem dritten Teil rund um Kommissar Pulaski jagt man nicht nur einem cleveren Mörder hinterher, sondern taucht auch tief in ein verzwicktes Netz aus Geheimnissen und Täuschungen ein. Mehrere vermögende Männer werden brutal ermordet, und alle hatten kurz vor ihrem Tod eine Begegnung mit einer mysteriösen Frau – doch wer sie ist, bleibt lange ein Phantom. Die Fälle führen Kommissar Pulaski nach Leipzig und Anwältin Evelyn Meyers nach Wien, deren Zusammenarbeit so reibungslos wie überraschend ist.
Ich mochte vor allem, wie lebendig und vielschichtig die Charaktere in Szene gesetzt sind. Pulaski wirkt trotz seiner Erfahrung keineswegs abgehoben, sondern authentisch grüblerisch und sympathisch hartnäckig. Evelyn bringt mit ihrem frischen Wind frischen Schwung in die Story, was die Dynamik richtig gut tut. Grubers Schreibstil ist dabei klar und schnörkellos, genau richtig abgestimmt für einen Thriller, der Tempo und Spannung gut balanciert. Besonders der ständige Perspektivwechsel hat mir gefallen – so bekommt man viele Blickwinkel auf die Ereignisse und bleibt immer neugierig.
Kritisch anmerken würde ich, dass manche Plotelemente gegen Ende etwas vorhersehbar wurden, was das nervenaufreibende Rätselraten ein kleines bisschen dämpft. Außerdem hätte ich mir in manchen Situationen noch ein wenig mehr Hintergrund zu den Motiven der Täter gewünscht, um die Handlung emotional noch greifbarer zu machen.
Unterm Strich ist „Rachewinter“ genau das Richtige, wenn du Lust auf einen packenden Krimi hast, der dich mit cleveren Wendungen und einer fesselnden Ermittler-Duo-Konstellation bei Laune hält. Wer komplexe Charaktere und solide Spannung mag, ohne sich durch zu dicke Wälzer kämpfen zu müssen, wird hier bestens bedient.
4 von 5 Sternen – ein echter Pageturner für Fans von smarten Thrillern mit Herz und Verstand.
Klappentext
Mehrere Männer im besten Alter, erfolgreich und vermögend, werden grausam ermordet – und obwohl sie in verschiedenen Städten lebten, haben sich alle kurz vor ihrem Tod mit einer geheimnisvollen dunkelhaarigen Frau getroffen. Doch diese bleibt ein Phantom. Das müssen auch Kommissar Walter Pulaski in Leipzig und Anwältin Evelyn Meyers in Wien feststellen, die beide in die Fälle verwickelt werden. Sie erkennen, dass sie die Mordserie nur gemeinsam lösen können. Allerdings ist der Täter raffinierter, als sie denken – und spielt auch mit ihnen sein gefährliches Spiel ...
Gelesen von Achim Buch.
(Laufzeit: 14h 56)