Ostseefluch - Pia Korittkis achter Fall - Kommissarin Pia Korittki 8 (Ungekürzt)
Kritik
Kaum hat man „Ostseefluch“ aufgeschlagen, zieht einen die raue Stimmung der Insel Fehmarn sofort in ihren Bann. Der Fund einer jungen Toten auf einem verwilderten Anwesen sorgt für Gänsehaut und sorgt bei Einheimischen wie Touristen für einen echten Schock – geheimnisvolle Flüche inklusive, die die Atmosphäre wunderbar dicht und spannend machen.
Im Mittelpunkt steht wie gewohnt Kommissarin Pia Korittki, die mit ihrer Mischung aus Pragmatismus und sympathischer Menschlichkeit wieder einmal überzeugt. Als alleinerziehende Mutter weiß sie nicht nur, wie man richtig ermittelt, sondern auch, wie kompliziert das Leben sein kann – das macht sie verdammt nahbar. Eva Almstädt beherrscht es meisterhaft, das ländliche Flair und die Charaktere so lebendig zu zeichnen, dass man das Gefühl hat, selbst über die Insel zu schlendern. Der Schreibstil ist dabei angenehm locker und gut verständlich, ohne auf Tiefe oder Detail zu verzichten.
Was mir besonders gefallen hat: Die Balance zwischen klassischem Krimi und subtiler Mystery-Note durch den vermeintlichen Fluch sorgt für das gewisse Extra. Allerdings hätte die eine oder andere Szene etwas knackiger ausfallen können – manchmal zieht sich das Tempo ein wenig, was die Spannung phasenweise etwas dämpft. Dafür entschädigt das starke Setting und die überzeugende Ermittlerin mehr als genug.
Wer Lust auf einen soliden, atmosphärisch dichten Krimi mit einer starken Frau hat und dabei gerne mal mehr als nur nüchterne Fakten mag, sollte bei „Ostseefluch“ unbedingt zugreifen. Für alle, die es eher actiongeladen brauchen, könnte es stellenweise etwas entspannter sein.
Fazit: Stimmiger Küstenkrimi mit Herz, Mystik und sympathischer Hauptfigur – eine gute Wahl für gemütliche Lesestunden.
Bewertung: 4 von 5 Sternen.