Die Toten auf Föhr: Die Inselkommissarin, Band 12
Kritik
Kaum habe ich das Buch aufgeschlagen, hat mich die rau-wirkliche Atmosphäre von Föhr sofort eingefangen – ein tödliches Familiendrama inmitten einer scheinbar beschaulichen Inselwelt, das packt und nachdenklich macht. Anna Johannsen gelingt es, Spannung mit einer Prise nordischer Melancholie zu verbinden, sodass man unbedingt wissen will, was wirklich hinter dem rätselhaften Tod einer Mutter und ihrer zwei Kinder steckt.
Im Mittelpunkt steht Inselkommissarin Lena Lorenzen, die diesmal vor einem besonders kniffligen Fall steht: War es wirklich erweiterter Suizid oder doch etwas ganz anderes? Ihr Team, darunter die charmant-sympathischen Kollegen Johann und Naya, bringt frischen Wind in die Ermittlungen und sorgt für eine gelungene Dynamik. Besonders Lena hat mich überzeugt: sie wirkt authentisch, mit all ihren Ecken und Kanten, und trotz Turbulenzen im Privatleben bleibt sie fokussiert. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, mit genau der richtigen Portion Detail, die das Geschehen lebendig macht, ohne zu überfrachten.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Balance zwischen Krimispannung und dem Einblick in zwischenmenschliche Beziehungen – das macht die Story vielschichtig und nahbar. Man merkt, wie gut Johannsen ihre Figuren kennt und liebevoll zeichnet. Klar, manchmal hätte das Tempo ruhig ein bisschen mehr anziehen können, und ein paar Wendungen wirken ein bisschen vorhersehbar. Aber hey, das schmälert das Lesevergnügen kaum.
Für alle, die norddeutsche Krimis mit Herz und Verstand mögen und Lust auf einen Krimi haben, der mehr ist als nur ein weiteres Ermittler-Rätsel, ist „Die Toten auf Föhr“ genau das Richtige. Ein starker, spannender Zwölfter Band einer liebgewonnenen Serie – ich bin definitiv wieder dabei!
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Eine Mutter und ihre zwei Kinder werden in ihrem Haus auf der Insel Föhr tot aufgefunden. Während die Polizei von einem erweiterten Suizid ausgeht, setzt der einflussreiche Vater der Toten eine Obduktion durch. Als das Ergebnis zu erheblichen Zweifeln an der ursprünglichen Einschätzung führt, wird die Inselkommissarin Lena Lorenzen mit dem brisanten Fall betraut.
Gemeinsam mit ihrem Team, Johann und Naya, ermittelt sie intensiv im Umfeld der Opfer. Der Ehemann gerät in den Fokus: Wie konnte er sich als einfacher Finanzberater so ein großes Vermögen aufbauen? Doch für den Tatzeitpunkt kann er ein lückenloses Alibi vorweisen. Ein ungewöhnliches Ereignis bringt die Ermittler auf eine neue Spur. Während sie auch im Privatleben mit einigen Turbulenzen zu kämpfen haben, arbeiten sie mit Hochdruck daran, den Täter zu überführen.