Die Eule von Askir: Die komplette Fassung
Kritik
„Die Eule von Askir: Die komplette Fassung“ fühlt sich an, als würde man eine Tür zu einer längst vergessenen Welt öffnen – intensiv, geheimnisvoll und mit einer Prise dunkler Magie. Gleich zu Beginn packt der Fund des grausam zugerichteten Botschaftsdieners Jenks die Leser:innen mitten ins Geschehen und lässt einen spüren, dass hier mehr hintersteckt als bloßer Mord.
Im Zentrum der Geschichte stehen Stabsleutnant Santer, ein abgeklärter Ermittler mit Ecken und Kanten, und Desina, eine faszinierende Magierin, deren Fähigkeit, die Vergangenheit wie ein Film vor Augen entstehen zu lassen, das Setting ungemein bereichert. Was mir besonders gefallen hat: Der Wechsel zwischen den Perspektiven fühlt sich sehr dynamisch an und gibt genug Raum für Spannung, ohne zu verwirren oder zu trocken zu werden. Richard Schwartz schafft es, komplexe Fantasyelemente mit bodenständiger Krimispannung zu verbinden, was die Geschichte lebendig und vielfarbig macht.
Der Schreibstil ist dabei recht direkt, nicht übermäßig ausgeschmückt, was der Erzählung Tempo verleiht und perfekt zum düsteren Ambiente passt. Trotzdem: An manchen Stellen hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe bei der Charakterentwicklung gewünscht, gerade bei den Nebenfiguren bleibt ein bisschen Luft nach oben. Auch die Magie wirkt teilweise etwas zu erklärbär-mäßig, was die Stimmung kurzzeitig etwas bricht.
Wer Fantasy mag, die nicht nur auf Zauberei und epische Schlachten setzt, sondern auch mit kriminalistischen Elementen und einem Hauch Noir glänzt, ist hier definitiv richtig. „Die Eule von Askir“ lohnt sich besonders für Fans von düsterem High Fantasy, die keine Scheu vor kniffligen Rätseln und einer leicht rauen Atmosphäre haben.
Kurz und knapp: Ein spannendes, atmosphärisches Fantasy-Krimi-Abenteuer, das die Originalfassung mit Herzblut neu erlebbar macht – zwar nicht perfekt, aber mit ordentlich Zug und viel Charme.
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Am Hafen der altehrwürdigen Stadt Askir wird ein bestialisch zugerichteter Toter gefunden. Es ist der Botschaftsdiener Jenks, der in diesem zwielichtigen Viertel eigentlich nichts zu suchen hatte. Stabsleutnant Santer wird mit den Ermittlungen betraut, unterstützt durch die faszinierende Magierin Desina. Diese hat die Gabe, die Vergangenheit vor ihren Augen neu erstehen zu lassen. Doch was Desina in der Nacht des Mordes erblickt, bedeutet für ganz Askir eine unberechenbare Bedrohung. Denn der Feind beherrscht schwarze Magie, gegen die alle Mittel Desinas machtlos sind.
>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung genießt du exklusiv nur bei Audible.