Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat
Kritik
Manchmal sind es gerade die kleinen, scheinbar alltäglichen Familienkatastrophen, die einem mit einem breiten Grinsen ins Gesicht zaubern – und genau so ein zauberhaftes Durcheinander serviert Marc-Uwe Kling in „Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat“.
Im Fokus steht eine Familie, die sich eigentlich einen entspannten Wellness-Tag gönnen will, während Tiffany lieber zu Hause bleibt, weil gefühlte dreißig Menschen in der Sauna und das Schweigen ihr überhaupt nicht liegen. Papa, Max und Opa sind mit dabei – und plötzlich läuft nichts mehr nach Plan, denn nasse Füße, eine schlau agierende Waschmaschine und ein verdächtig blitzblankes Badezimmer sorgen für allerlei Chaos, das genauso charmant wie schräg erzählt wird.
Die Hauptfiguren wirken herrlich authentisch, mit all ihren kleinen Ecken und Kanten, und man spürt sofort, dass Marc-Uwe Kling mit seinen eigenen Erfahrungen jongliert, ohne dabei den satirischen Spaß zu verlieren. Sein trockener, witziger Stil gepaart mit der lebendigen Hörbuch-Inszenierung, inklusive schräger Geräusche und Musik, macht das Zuhören zu einem wahren Vergnügen – als wäre man mitten drin in diesem turbulenten Familienwahnsinn.
Klar, manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht, denn der Fokus liegt eindeutig auf der humorvollen Oberfläche und weniger auf emotionalen Grundtönen. Aber genau das macht es ja auch aus: leichte Unterhaltung, die trotzdem mit Charme und Herz punktet.
Fazit: Wer Lust auf eine vergnügliche, teils absurde Familiengeschichte mit sympathischen Figuren und einem Augenzwinkern hat, ist hier genau richtig. Marc-Uwe Kling bringt das Chaos des Familienlebens auf den Punkt und sorgt für beste Unterhaltung zwischen Alltag und Wahnsinn.
4 von 5 Sternen.