Winters Fluch - Thriller ( Winter-Black 2 )
Kritik
Kaum hat man den Hörer eingeschaltet, zieht einen „Winters Fluch“ mitten hinein in ein finsteres Katz-und-Maus-Spiel, das den Atem stocken lässt. Zwei krasse Verbrechergenies, die alte US-Raubüberfälle haarklein nachstellen und dabei eine blutige Spur hinterlassen – das verspricht nichts Geringeres als Spannung pur. Winter Black, die toughe Ermittlerin mit Geheimnissen in der Seele, kämpft nicht nur gegen die cleveren Täter, sondern auch gegen ihre inneren Dämonen: eine mysteriöse Gabe, die mehr Fluch als Segen ist, und die schmerzliche Suche nach ihrem verschollenen Bruder.
Mary Stone gelingt es, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die einem bis zum Schluss unter die Haut geht. Besonders Winter als Hauptfigur ist ein echter Gewinn: ihre Verletzlichkeit trifft auf eine knallharte Entschlossenheit, die man irgendwie bewundern und bemitleiden zugleich will. Die Dynamik zwischen ihr und Sun Ming bringt ordentlich Pfeffer ins Spiel – diese Mischung aus Kooperation und Konkurrenz lässt die Story lebendig pulsieren. Und ja, der Schreibstil ist so direkt, dass man gar nicht anders kann, als mitzurätseln und immer weiterzuhören.
Manchmal aber hätte ich mir gewünscht, dass Mary Stone etwas mehr Luft lässt und nicht alles so hektisch aneinanderreiht – gerade in den hektischen Action-Szenen verliert sich die Story ab und zu ein bisschen in ihrem eigenen Tempo. Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl bei der Charakterentwicklung hätte dem Ganzen gut getan. Trotzdem fühlt sich das Hörbuch nie überladen oder unübersichtlich an, was ich als echten Bonus empfinde.
Wer Lust auf eine packende Mischung aus Thriller, Krimi und einer Prise Mystery hat, ist hier genau richtig. „Winters Fluch“ ist kein Zuckerschlecken, sondern ein dunkles, fesselndes Abenteuer, das emotional richtig eins mitnimmt. Für Mary Stone-Fans ein Muss – und alle, die es noch werden wollen, ebenfalls.
4 von 5 Sternen – spannend, tiefgründig und mit genug Ecken und Kanten, um richtig neugierig zu machen.