Wenn dir das hier gefiel …
Fatimas Flucht
Key Facts
Kritik
Kaum hat man das Buch aufgeschlagen, taucht man schon mitten in eine temporeiche Mission ein, die es in sich hat. „Fatimas Flucht“ entführt uns mit Anna und Sebastiano erneut auf eine Zeitreise – diesmal in den faszinierenden, aber keineswegs ungefährlichen osmanischen Harem des 13. Jahrhunderts. Die beiden Helden sollen Fatima befreien, ein Mädchen, das im Palast eines Sultans gefangen ist. Klingt spannend, oder? Und ja, die Geschichte bietet so einige überraschende Wendungen und eine Atmosphäre voller Spannung und Geheimnisse.
Anna als clevere Heldin und Sebastiano als treuer Begleiter liefern gewohnt solide Charakterarbeit, wobei der Fokus klar auf der Action und dem historischen Setting liegt. Der Einstieg ins Osmanische Reich ist echt gelungen: Man spürt die Hitze, die Intrigen im Palast, den Druck – und das wirkt alles ziemlich lebendig. Der Schreibstil von Eva Völler ist dabei flott und zugänglich, was das Lesen angenehm macht, auch wenn es gelegentlich etwas holprige Sätze gibt, die den Lesefluss kurz bremsen können.
Was mir besonders gefallen hat: der Mix aus Abenteuer und Kulturerlebnis. Man bekommt einen kleinen Einblick in eine Zeit und Welt, die nicht alltäglich in Jugendbüchern vorkommt. Dennoch blieb bei mir das Gefühl, dass die Figuren manchmal ein bisschen stereotyp bleiben, gerade die Darstellung der orientalischen Figuren wirkt teils etwas eindimensional – was auch in den Bewertungen einiger Leser:innen kritisch aufgegriffen wurde. Das ist schade, denn ein bisschen mehr Tiefe und differenzierte Charaktere hätten der Story echt gut getan.
Klar, wer eine lockere Geschichte mit einem Schuss historischer Fantasie sucht und die „Time-School“-Atmosphäre mag, kann hier problemlos zugreifen. Wer aber Wert auf differenzierte Perspektiven und ein ausgefeiltes Drama legt, könnte enttäuscht werden. Insgesamt ist „Fatimas Flucht“ ein kurzweiliges Abenteuer mit einigen Schwächen in der Darstellung und Sprache – aber definitiv nicht ganz verkehrt, wenn man sich auf die Story einlässt.
Alles in allem lande ich bei 2,5 von 5 Sternen. Die Idee ist super, das Tempo stimmt, die Umsetzung aber nicht immer. Für Fans von Zeitreisegeschichten okay, für alle anderen vielleicht nur was für zwischendurch.
Klappentext
Die beiden sollen ein Mädchen namens Fatima aus dem Harem eines osmanischen Sultans befreien, doch der Job im historischen Orient ist alles andere als einfach. Kaum hat sich Anna als Dienerin in den Sultanspalast eingeschmuggelt, türmen sich die Probleme: Intrigante Haremsdamen, allzu tatkräftige Eunuchen und ein rettungslos verliebter Prinz machen ihr das Leben schwer. Dabei ahnen Anna und Sebastiano nicht, dass ihnen die schlimmste Gefahr von unerwarteter Seite droht ...
Ein neuer Kurzroman zur fantastischen Time-School-Reihe von Eva Völler!