Cover Kommissar Ubben und der Absturz: Ostfrieslandkrimi
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Autor:
Erschienen:
2026-06-08
Preis:
2,99 € (EUR)
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Kommissar Ubben und der Absturz: Ostfrieslandkrimi

Kritik

Kaum hatte ich die ersten Seiten von „Kommissar Ubben und der Absturz“ aufgeschlagen, spürte ich sofort die eigentümliche Atmosphäre dieses moorig-kalten Ostfrieslands. Ein abgeschiedener Ort, der seine Geheimnisse wie den dichten Nebel über den Mooren verbirgt – und genau da fängt dieser Krimi an zu fesseln. Man glaubt fast, den feuchten Boden unter den Füßen zu spüren und die einsame Bank, auf der Hajo Willms entdeckt wird, selbst zu sehen.

Die Geschichte startet mit einem mutmaßlichen Suizid eines alten Moorkolonisten, der so still und poetisch wirkt, dass die Polizei schnell zufrieden ist. Doch Hauptkommissar Finn Ubben will sich nicht mit einfachen Antworten abspeisen lassen – und das ist auch gut so! Ubben ist kein durchtriebener Actionheld, sondern ein leiser, nachdenklicher Ermittler, dessen philosophische Seiten ihm eine ganz eigene Tiefe verleihen und den Fall spannender machen, als man anfangs vermuten würde. Der mysteriöse Kompass als zentrales Symbol bringt wirklich Schwung in die Handlung und öffnet ein lang gehütetes Kapitel aus der Zeit des Kalten Krieges. Plötzlich ist man mittendrin in einem Netz aus Verschwörungen und Machtspielen, das den Ruf des idyllischen Ostfrieslands ordentlich auf den Kopf stellt.

Tom Willhaus schreibt mit leichter Hand, ohne dabei die Spannung oder die Charakterzeichnung zu vernachlässigen. Der Lockdown in dieser kühlen, fast greifbaren Welt fühlt sich immer glaubwürdig an, die Dialoge sind knackig, mit einem fast schon lakonischen Humor, der nicht aufgesetzt wirkt. Mir persönlich hat die Mischung aus melancholischem Setting und der langsam entfalteten Geheimnisspirale sehr gefallen – das sorgt für Atmosphäre und Nervenkitzel, ohne auf laute Effekte zu setzen.

Kritisch anmerken möchte ich, dass das Tempo stellenweise etwas schwankt. Gerade, wenn sich die Ermittlungen in die Tiefe graben, kann die Handlung kurzzeitig etwas behäbig wirken. Für Leser:innen, die schnelle, actiongeladene Thriller bevorzugen, könnte das etwas zäh erscheinen. Auch die Nebenfiguren wären manchmal noch ein bisschen mehr ausgearbeitet schön gewesen – da hat sich Willhaus eher aufs Wesentliche konzentriert.

Wer Lust auf einen Ostfrieslandkrimi hat, der mit Ruhe, klugem Plot und einer Prise Philosophie begeistert, ist hier bestens aufgehoben. Kleine Schwächen verzeiht man bei dem leisen Sog dieser Geschichte gern. Finn Ubben ist ein Ermittler, der haften bleibt, und das Moor ein Schauplatz, der bei jedem Kapitel spannender wird.

Kurzum: Für alle, die Krimis mit Tiefgang und einem starken Setting schätzen, ist „Kommissar Ubben und der Absturz“ auf jeden Fall einen Ausflug ins Ostfriesland moor wert.

Bewertung: 4 von 5 Sternen.

Klappentext

In den weiten, stillen Mooren Ostfrieslands sind manche Geheimnisse tiefer vergraben als die Toten. Als der 78-jährige Hajo Willms, einer der letzten alten Moorkolonisten, tot auf einer einsamen Bank aufgefunden wird, deutet alles auf einen stillen, poetischen Suizid hin. Der Fall gilt für die lokale Polizei als abgeschlossen – eine simple Tragödie von Alter und Einsamkeit. Doch für Hauptkommissar Finn Ubben, einen leisen, philosophischen Ermittler, ist die Szene zu perfekt. Ein Detail passt nicht ins Bild: ein antiker, handgefertigter Kompass in der Hand des alten Mannes, dessen Nadel sich hartnäckig weigert, nach Norden zu zeigen, und stattdessen auf eine trostlose, unmarkierte Stelle mitten im Moor zielt. Dieser einzige falsche Ton in einer ansonsten perfekten Stille genügt, um Ubbens Misstrauen zu wecken. Seine Ermittlungen führen ihn weg von der einfachen Geschichte eines Suizids und hinein in ein vierzig Jahre altes Geheimnis des Kalten Krieges – eine Verschwörung des Schweigens, die von den höchsten Ebenen der Macht geschützt wird. Bald findet sich Ubben in einem tödlichen Spiel gegen ein skrupelloses, modernes Unternehmen wieder, das alles tun wird, um den verborgenen Preis des Moores zu beanspruchen. In einer Landschaft, in der der Nebel mehr verbirgt als nur den Horizont, muss Ubben eine Wahrheit ans Licht bringen, die gefährlicher ist, als er es sich je hätte vorstellen können.

FAQ

In den weiten, stillen Mooren Ostfrieslands sind manche Geheimnisse tiefer vergraben als die Toten. Als der 78-jährige Hajo Willms, einer der letzten alten Moorkolonisten, tot auf einer einsamen Bank aufgefunden wird, deutet alles auf einen stillen, poetischen Suizid hin.…

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