Der Tod macht eine Fahrradtour - Sofia und die Hirschgrund-Morde, Teil 22 (Ungekürzt)
Kritik
Manchmal braucht es einfach einen gekonnten Mix aus Spannung, Witz und einem ordentlichen Schuss bayerischem Charme – und genau den liefert Susanne Hanika in „Der Tod macht eine Fahrradtour“. Schon beim Eintauchen in den Hirschgrundsee spürt man: Hier bleibt kein Rad und kein Täter lange unentdeckt.
Sofia, die jetzt leidenschaftlich E-Bikes verleiht, stolpert mitten in eine Reihe von mysteriösen Ereignissen – von einem überraschenden Bankraub bis hin zu einem ziemlich makabren Fund in einer Lastenfahrrad-Transportbox. Die Stimmung zwischen den Campingbewohnerinnen und dem neuen Yogalehrer Felix sorgt nicht nur für leichte Verwicklungen, sondern auch für herrlich authentische Dschungelgerüchte, die einerseits lustig, andererseits richtig spannend sind. Wer hier der Bösewicht ist, wird Stück für Stück erzählt, und man kann herrlich miträtseln.
Susanne Hanikas Schreibstil ist frisch und locker, das Tempo angenehm und die Figuren fühlen sich an, als würde man mit alten Freunden am Campingtisch sitzen und sich einen spannenden Krimi erzählen. Besonders Sofia überzeugt mit ihrer bodenständigen Art, die gleichzeitig neugierig und schlagfertig ist. Die bayerische Kulisse rund um den idyllischen Hirschgrundsee bringt eine wunderbare Prise Heimat-Feeling ins Spiel, ohne dass es je kitschig wirkt.
Einzig das altbekannte „Ist Felix jetzt der Schuldige oder doch nicht?“ zieht sich ein bisschen wie ein Gummiband durch die Handlung und könnte für Ungeduldige leichte Längen verursachen – aber hey, bei Teil 22 einer Reihe weiß man ja, worauf man sich einlässt. Abgerundet wird das Ganze durch humorvolle Seitenblicke auf bayerische Eigenheiten und einen sympathischen Umgang mit altbekannten Charakteren.
Wer Lust auf einen gemütlichen Krimi mit jeder Menge Lokalkolorit, einer ordentlichen Portion Humor und einer Prise Tratsch hat, ist hier goldrichtig. Für alle, die bereits Fans der Reihe sind, ist es sowieso ein Muss, aber auch Neueinsteiger können hier einen unterhaltsamen Einstieg finden – vorausgesetzt, man bringt Freude an kleinen, aber feinen Dorfgeschichten mit.
Fazit: Ein kurzweiliger Bayern-Krimi, der Spaß macht, ohne zu überfordern, und trotzdem ordentlich Spannung liefert. Die Mischung aus sportlicher Leichtigkeit, kniffligen Morden und bayerischem Witz ist einfach ein Gewinn.
4 von 5 Sternen.