Zweite Foundation
Kritik
Kaum hat man sich auf die Reise durch die galaktische Weite der „Foundation“-Trilogie eingelassen, da haut einem „Zweite Foundation“ schon gehörig die Spannung um die Ohren. Isaac Asimov gelingt hier einmal mehr das Kunststück, eine Geschichte zu erzählen, die nicht nur ein Kopfkino entfacht, sondern auch das Kopfchaos perfekt balanciert. Im Zentrum steht die Jagd nach der mysteriösen Zweiten Foundation, jener geheimnisvollen Bastion, die das Schicksal der Menschheit in Händen halten könnte – oder zum Verhängnis wird.
Die Handlung ist ein regelrechtes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem das Schicksal der Galaxis an einem seidenen Faden hängt. Besonders faszinierend fand ich das Zusammenspiel zwischen den Überlebenden der First Foundation und der unbekannten Macht, die alles auslöschen will. Und dann ist da dieses junge Mädchen, das inmitten des Chaos eine entscheidende Rolle spielt – eine Figur, die einem sofort ans Herz wächst und für zusätzliche Spannung sorgt. Asimovs Schreibstil ist angenehm klar und doch vielschichtig, er verzichtet auf übertriebene Effekthascherei und verlegt seinen Fokus auf clevere Entwicklungen und psychologische Raffinesse.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Art, wie die großen Fragen der Menschheit und die Macht der Psychologie ineinander verwoben werden. Die politische Intrige, gepaart mit einem fast schon philosophischen Blick auf Vorhersehbarkeit und freier Wille, macht das Lesen zu einer vergnüglichen und intellektuellen Herausforderung. Einzig an einigen Stellen zieht sich die Erzählung ein bisschen, das Tempo kippt kurzzeitig ins Gemächliche – das zieht sich zwar nicht allzu lang hin, aber es ist dennoch spürbar.
Wer also Lust auf eine schlaue Sci-Fi-Geschichte mit komplexen Figuren, überraschenden Wendungen und einem Hauch von Geheimnis hat, der ist hier genau richtig. Für alle, die in Weltraumabenteuern mehr als nur Explosionen und Lasergefechte suchen, bietet „Zweite Foundation“ eine temporeiche und doch tiefgründige Lesereise.
Unterm Strich eine klare Empfehlung für Fans von intellektueller Science Fiction und epischen Weltraum-Sagas. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Die "Foundation" liegt in Trümmern – zerstört von einem mutierten Wesen, das auf die Vernichtung der Menschheit abzielt. Doch es kursieren Gerüchte, dass irgendwo am anderen Ende der Galaxis eine zweite "Foundation" existiert. Einst von Hari Seldon als Rückversicherung gegründet, um das Wissen der Menschheit zu bewahren. Ein verzweifelter Wettlauf zwischen den Überlebenden der "First Foundation" und einer außerirdischen Entität beginnt, um diese letzte Enklave der glänzenden menschlichen Vergangenheit zu finden. Der Schlüssel könnte ein vierzehnjähriges Mädchen sein, das ein Geheimnis birgt. Ist sie die Retterin der "Foundation" – oder ihr tödlichster Feind?
Die "Foundation"-Trilogie von Isaac Asimov gehört zu den einflussreichsten Werken der Science-Fiction. Die epische Saga inspirierte Apple TV+ zur Serie "Foundation".
Ungekürzte Lesung mit Mark Bremer, Uta Dänekamp
8h 38min