Die Farben der Provence - Ferienzeit und Glücksgefühle, Band 1 (Ungekürzt)
Kritik
Manchmal braucht es eine Reise ins Unbekannte, um sich selbst wiederzufinden – genau das spürt man von der ersten Seite an bei „Die Farben der Provence“. Kat platzt nach einer schweren Krankheit und dem Riss in ihrer Beziehung einfach aus ihrem gewohnten Leben heraus und taucht ein in die sanfte, duftende Welt Südfrankreichs. Kein Kitsch, sondern eine ehrliche, warme Geschichte über Neuanfang, Freundschaft und die Kunst, sich selbst zu vergeben.
Regine Kölpin versteht es, mit leichtem Schwung und lebendigen Bildern das Flair der Provence lebendig werden zu lassen. Die Charaktere fühlen sich nicht wie aus der Schublade gegriffen an: Kat ist sympathisch, verletzlich und gleichzeitig mutig, Julien strahlt eine charmante Authentizität aus, und Cécile bringt eine prickelnde Portion Lebensweisheit mit. Der Schreibstil liest sich locker-leicht, aber nie oberflächlich – perfekt für alle, die sich nach einer Auszeit vom Alltag sehnen und dabei nicht auf Tiefgang verzichten wollen.
Klar, ein paar platte Begegnungen oder kleine Klischees wären vielleicht vermeidbar gewesen, und an manchen Stellen hätte ich mir noch mehr Spannung oder überraschende Wendungen gewünscht. Dennoch nimmt einen das Buch mit auf eine wohltuende Wohlfühlreise, die nicht nur nach Lavendel riecht, sondern auch das Herz wärmt.
Wer also Lust auf eine sommerliche Geschichte mit Herz hat, die ein bisschen Provence-Flair auf die Couch bringt, ist hier genau richtig. Kein Roman für Hochspannung, aber für ganz viel Seele und Sehnsucht nach Freiheit.
4 von 5 Sternen – weil ich gerne noch ein bisschen länger dableiben würde.