Kaltblütige Abrechnung - Wakolbinger und Panzenböck ermitteln, Band 1 (Ungekürzt)
Kritik
Unmittelbar nach den ersten Seiten spürt man: Hier wird kein Kuschelkrimi serviert, sondern ein gnadenloser Thriller, der unter die Haut geht. Zwischen den verwinkelten Gassen von Graz tobt ein Wettlauf gegen die Zeit, als Chefinspektor Toni Wakolbinger und seine junge Assistentin Cindy Panzenböck einen grausam ermordeten Arzt finden — und kurz darauf klar wird, dass es nicht bei diesem einen Opfer bleibt. Der charmante, wenn auch etwas grantige Toni und die idealistische Cindy — die klassische „Alte Schule trifft Newcomer“ Kombi — liefern auf der Suche nach dem Serienkiller eine tolle Dynamik, die richtig Spaß macht.
Die Handlung hält einen konstant auf Trab, ohne dabei zu sehr auf Effekthascherei zu setzen. L.R. Wöss‘ Erzählstil ist schnörkellos, direkt und mit einem guten Gespür für Spannung, die immer wieder kleine Ruhepausen einlegt, um Charaktere und Atmosphäre atmen zu lassen. Was mir besonders gefallen hat? Die glaubwürdigen Dialoge und die gelungene Mischung aus persönlichem Drama und knallhartem Ermittlungswork. So wirkt das Ganze niemals überladen, sondern lebensecht.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass die anfängliche Zusammenarbeit zwischen Toni und Cindy etwas holprig und ein bisschen klischeehaft wirkt – vielleicht wollten die Autorin zu schnell die Gegensätze betonen. Auch manche Beschreibungen hätten an Stellen etwas knackiger sein dürfen, denn zwischendurch zieht sich das Tempo kurzzeitig. Das tut dem Gesamtbild aber keinen großen Abbruch.
Wer auf knackige Krimis mit authentischer Ermittlerpaar-Dynamik und einem Hauch Brutalität steht, trifft mit diesem Buch genau ins Schwarze. Für alle, die ihre Spannung gerne mal zwischen Nachdenklichkeit und Nervenkitzel serviert bekommen, ist „Kaltblütige Abrechnung“ definitiv eine Empfehlung wert.
4 von 5 Sternen – ein starker Auftakt, der Lust auf mehr macht!