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Siddhartha
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man über ein Buch, das einem nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern einen regelrecht auf eine ganz persönliche Reise mitnimmt – so geht es mir mit „Siddhartha“ von Hermann Hesse. Dieses kleine, aber feine Werk entführt dich in das Indien alter Zeiten, wo ein junger Brahmane namens Siddhartha sich aufmacht, um das Geheimnis des wahren Ichs, den sogenannten Atman, zu entdecken.
Im Kern begleitet man Siddhartha auf seinem Weg vom privilegierten Brahmanen über den asketischen Samana bis hin zu den bunten, weltlichen „Kindermenschen“ der Stadt. Dabei trifft er immer wieder auf Menschen und Erfahrungen, die ihn herausfordern und zum Nachdenken bringen, nicht zuletzt seinen treuen Freund Govinda und die verführerische Kamala. Hesse schreibt in einer klaren, fast meditativen Sprache, die trotz aller Schlichtheit tief ins Herz trifft – fast so, als würde man Siddharthas innere Stimme hören. Besonders gelungen finde ich, wie die Geschichte sanft, aber bestimmt die Frage nach dem eigenen Weg und den Zwängen von Lehren und Konventionen aufwirft.
Klar, das Ganze hat mitunter diesen etwas philosophisch-schweren Anstrich, der nicht jedem Leser sofort liegen mag. Und zwischendrin fühlt sich der Text tatsächlich ein bisschen an wie eine Meditation in Prosaform, was die Spannung nicht immer ganz oben hält. Aber genau das gehört eben auch zum besonderen Reiz: „Siddhartha“ fordert dich heraus, dich mit den Fragen nach Sinn, Freiheit und Selbsterkenntnis auseinanderzusetzen – ganz ohne schnellen Plot oder Drama.
Wer also Lust auf eine ruhige, gedankenschwere Lektüre hat, die gleichzeitig poetisch und doch zugänglich ist, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Für alle, die klare Handlung und flotten Lesestoff suchen, könnte es aber vielleicht etwas zu besinnlich sein.
Am Ende bleibt mir ein Buch, das auf ganz eigene Weise berührt und dabei die Frage stellt: Wie taucht man wirklich in das Leben ein – jenseits aller vorgefertigten Antworten? „Siddhartha“ ist keine simple Gute-Nacht-Geschichte, sondern ein kleiner Schatz für alle, die gerne tief gehen wollen.
4,5 von 5 Sternen – ein Klassiker, der nachklingt.
Klappentext
Eine indische Dichtung ist eine Erzählung von Hermann Hesse, die im S. Fischer Verlag in Berlin im Jahr 1922 zum ersten Mal veröffentlicht wurde.
Siddhartha, der Brahmane
Das Buch handelt von einem jungen Brahmanen namens Siddhartha und seinem Freund Govinda. Der von allen verehrte und bewunderte Siddhartha widmet sein Leben der Suche nach dem Atman, dem All-Einen, das in jedem Menschen ist.
Siddhartha, der Samana
Seine Suche macht aus dem Brahmanen einen Samana, einen Asketen und Bettler. Govinda folgt ihm auf diesem Weg. Siddhartha spürt jedoch nach einiger Zeit, dass ihn das Leben als Samana nicht an sein Ziel bringen wird. Zusammen mit Govinda pilgert er zu Gautama, dem Buddha. Doch dessen Lehre kann er nicht annehmen. Siddhartha erkennt zwar, dass Gotama Erleuchtung erlangt hat und zweifelt die Richtigkeit seiner Lehre nicht an, jedoch glaubt er, diese sei allein für Gotama selbst gültig. Man kann nicht durch Lehre Buddha werden, sondern muss dieses Ziel mittels eigener Erfahrungen erreichen. Aus dieser Erkenntnis heraus begibt er sich erneut auf die Reise und beginnt einen neuen Lebensabschnitt, während sich sein Freund Govinda Gotama anschließt.
Siddhartha bei den „Kindermenschen“
Intensiv erfährt er nun seine Umgebung und die Schönheit der Natur, welche er zuvor als Samana zu verachten lernte. Er überquert einen Fluss, wobei ihm der Fährmann prophezeit, er werde einst zu diesem zurückkehren, und erreicht eine große Stadt. Hier begegnet er der Kurtisane Kamala, die er bittet, seine Lehrerin in der Kunst der Liebe zu werden. Um sich ihre Dienste leisten zu können, wird er Kaufmann. Anfangs sieht er das Streben nach Erfolg und Geld nur als eine wunderliche Eigenart der „Kindermenschen“, wie er die dem Weltlichen ergebenen Menschen nennt. Bald wandelt sich jedoch sein Übermut in Hochmut und er wird selbst den Kindermenschen immer ähnlicher. Erst ein Traum führt ihm dies vor Augen und erinnert ihn wieder an seine
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