Hamish Macbeth liest zwischen den Zeilen - Schottland-Krimis, Teil 20 (Ungekürzt)
Kritik
Schon beim ersten Satz zieht einen Hamish Macbeth direkt in die rauen, aber herzlichen Gefilde Schottlands – mit all seinen Eigenheiten, denen man sich hier kaum entziehen kann. In „Hamish Macbeth liest zwischen den Zeilen“ geht es diesmal um den Tod eines sehr unsympathischen Schriftstellers, der nicht gerade mit Freundlichkeit gesegnet war. John Heppel, der Literat aus Lochdubh, sorgt durch seine hämischen Kommentare in einem Schreibkurs für eine Menge Unmut – was den Mordfall gleich doppelt spannend macht, denn die Täterliste ist lang, und die Dorfbewohner halten nicht viel von den üblichen Ermittlungen.
Hamish selbst bleibt die gewohnt stoische, bodenständige Figur, die man nach all den Bänden ins Herz geschlossen hat. Sein trockener Humor und die feine Beobachtungsgabe machen den Krimi leichtfüßig und angenehm unterhaltsam, ohne dass man das Gefühl hat, es mit seichter Kost zu tun zu haben. Besonders die Dynamik zwischen ihm und DCI Heather Meikle bringt das nötige Prickeln ins Geschehen, das ein Krimi einfach braucht. M.C. Beaton schreibt dabei so unkompliziert und gleichzeitig pointiert, dass man sich kaum von der kleinen schottischen Gemeinde lösen mag.
Klar, wer jetzt Action der Marke Bestseller-Thriller erwartet, wird hier nicht fündig. Die Ermittlungen schlurfen gemächlich vor sich hin, und manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Biss gewünscht. Trotzdem ist die gemütliche Atmosphäre und die charmante Figurenzeichnung genau das, was Fans der Reihe lieben – und wer genau das sucht, wird definitiv nicht enttäuscht.
Alles in allem ein angenehmer, entspannter Krimi für Zwischendurch, der herrlich lokal verwurzelt ist, ohne sich zu ernst zu nehmen. Hamish Macbeth liest wieder zwischen den Zeilen und bringt dabei eine Prise Humor, Spannung und eine Portion schottisches Lebensgefühl mit. Für alle, die es etwas ruhiger und mit viel Charakter mögen, eine klare Leseempfehlung.
4 von 5 Sternen.