Blümerant - Ein Andrea Schnidt Roman, Band 14 (Autorisierte Lesefassung)
Kritik
Kaum hat man „Blümerant“ aufgeschlagen, fühlt man sich direkt mit Andrea Schnidt auf dieses ungewöhnliche Kreuzfahrtschiff katapultiert – und glaubt mir, diese Reise ist alles andere als langweilig. Andrea lässt sich mehr oder weniger widerwillig auf eine Tour zum Nordkap ein, um dem letzten Wunsch ihrer Ex-Schwiegermutter Irene gerecht zu werden. Man ahnt schnell: So entspannt wird die Fahrt nicht bleiben. Zwischen verschwindenden Familienmitgliedern, nervigen Ex-Partnern und einer gehörigen Portion „All You Can Eat“-Gelüsten entwickelt sich ein turbulentes, manchmal ziemlich schräges Familiendrama mit einer guten Portion Humor.
Susanne Fröhlich gelingt es, Andrea nicht einfach als neurotische Mittvierzigerin zu inszenieren, sondern als Frau mit Ecken, Kanten und jeder Menge Herz. Neben der Hauptfigur sind auch die Nebencharaktere liebevoll ausgearbeitet – besonders der Enkel Halvar bringt frischen Wind und Chaos in die Handlung. Der Schreibstil ist locker, lebensnah und spritzig; man merkt förmlich, wie Fröhlich selbst mit einem Augenzwinkern auf die Figuren blickt. Es liest sich schnell und macht vor allem Spaß, ohne dabei langweilig oder oberflächlich zu werden.
Was mir nicht ganz so gut gefallen hat: Einige Wendungen wirken manchmal ein bisschen konstruiert, und wer wenig Geduld für Krimielemente in einer eigentlich eher humorvollen Geschichte hat, könnte hier hin und wieder die Augenbrauen hochziehen. Aber so manches sorgt eben auch für die richtige Spannung und Würze.
Kurzum: Wer Lust auf ein famoses Verwirrspiel mit sympathischen Figuren, einer ordentlichen Prise Comedy und Familienchaos hat, ist bei „Blümerant“ goldrichtig. Es ist genau die richtige Mischung aus Leichtigkeit und kleinen Alltagskatastrophen, die einem mitten ins Herz zielen.
4 von 5 Sternen – kurzweilig, witzig und einfach Andrea Schnidt in Bestform.