Artemis Fowl (Ein Artemis-Fowl-Roman 1)
Kritik
Kaum hatte ich Artemis Fowl aufgeschlagen, da war ich auch schon mitten drin im Kopf eines zwölfjährigen Masterminds, das so ungewöhnlich ist, dass man fast glaubt, man trifft hier einen kleinen Bond mit einem Faible für Anzüge und ausgeklügelte Pläne. Artemis ist kein gewöhnlicher Junge – er ist ein genialer Meisterdieb, der fest entschlossen ist, das Vermögen seiner Familie wiederherzustellen und dabei einer uralten Magie auf die Spur kommt: Elfen, Kobolde und Feen, die heimlich unter der Erde leben. Klingt abgefahren? Oh ja, und genau das macht den Reiz aus.
Die Geschichte ist ein cleverer Mix aus Fantasy, Action und einer Prise Science-Fiction, was im ersten Moment vielleicht ein bisschen viel klingt, aber Colfer schafft es, das alles richtig flott und mit jede Menge Witz zu servieren. Amphibienhafte Computerfreaks, uralte magische Völker und ein Junge, der eigentlich viel zu jung ist, um sich in so mörderische Abenteuer zu stürzen – das begeistert auf ganzer Linie. Und mal ehrlich: Wer kann schon einem Charakter widerstehen, der mit scharfem Verstand und kühlem Kopf durch eine von Magie und Technologie geprägte Welt navigiert?
Der Schreibstil ist locker und temporeich, perfekt für alle, die keine Stunde lang in langweiligen Beschreibungen versinken wollen. Erzählt wird nicht nur spannend, sondern auch mit viel Humor, der stets die Schwere der Situationen auflockert – das hat mir besonders gut gefallen. Rufus Becks Hörbuchversion ergänzt das Erlebnis mit einer lebendigen und facettenreichen Interpretation, die Artemis’ Persönlichkeit wunderbar einfängt.
Klar, die ein oder andere Wendung wirkt stellenweise etwas zu routiniert oder klischeebehaftet, und manche Nebenfiguren bleiben leider ein bisschen blass. Doch das stört kaum, weil der Sog der Handlung und die faszinierende Welt die Schwächen locker wettmachen.
Wenn du Lust auf eine rasante Reise in eine Welt hast, die altbekannte Märchenwesen mit moderner Technologie verknüpft und dazu noch einen unvergesslichen jungen Antihelden ins Rennen schickt, dann bist du hier genau richtig. Artemis Fowl eignet sich super für alle, die Fantasy mögen, aber keine Lust auf zu viel Kitsch oder elfenhafte Zuckerwatte haben.
Kurz und knapp: Ein cleverer Spaß mit Tiefgang, der gerade junge Leser:innen und Junggebliebene begeistert – und mich definitiv auch. Hier gibt’s vier wohlverdiente Sterne.
Bewertung: 4 von 5 Sternen