Mord und Gelato
Kritik
Kaum hat man die erste Seite von „Mord und Gelato“ aufgeschlagen, fühlt man sich sofort ins sonnige Riva sul Garda versetzt – samt all den Düften von Zitronenbäumen und eben auch dem süßen Versprechen von Gelato. Doch die Idylle trügt, denn Commissario Angelotti steht vor einer echten Herausforderung: Sein erster Mordfall in der neuen Stadt bringt nicht nur rätselhafte Spuren mit sich, sondern auch jede Menge persönliche Verwicklungen.
Die Handlung zieht einen schnell hinein, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren. Angelotti ist ein sympathischer Protagonist, der nicht perfekt, sondern authentisch wirkt – genau wie sein Team und die lebendige, oft humorvolle Dynamik unter den Kollegen. Besonders Charlotte, die clevere deutsche Freundin, bringt frischen Wind und einen anregenden Kontrast zu den italienischen Ermittlern. Elizabeth Horns Schreibstil ist dabei wunderbar leicht und temporeich, mit einer Prise Lokalkolorit, die den Gardasee fast greifbar macht.
Was mir besonders gefallen hat, ist die gelungene Mischung aus Spannung und Atmosphäre. Die Ermittlungen sind clever aufgebaut, und auch wenn man das ein oder andere Klischee erahnen mag, schafft es das Buch, immer wieder mit kleinen Überraschungen aufzuwarten. Vielleicht hätte die ein oder andere Szene noch etwas tiefer gehen können – an manchen Stellen fühlt sich das Tempo ein bisschen gehetzt an – aber das schmälert den Lesespaß kaum.
Wer gerne Krimis mag, die nicht nur rätseln, sondern auch mit viel Herz und einem Hauch Urlaubsfeeling punkten, ist hier genau richtig. Ein leckeres Buch, das Lust auf Italien macht – und auf Gelato natürlich.
4 von 5 Sternen. Ein kurzweiliger Krimi, der süchtig macht nach mehr, ohne Anspruch auf Klassiker. Perfekt für entspannte Lesestunden mit einer guten Portion Nervenkitzel.