Verwesung - David Hunter, Band 4 (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Kaum schlägt man „Verwesung“ auf, wird man regelrecht in einen Strudel aus Spannung und düsteren Geheimnissen gezogen, der einen bis zur letzten Minute nicht mehr loslässt. Simon Beckett schafft es hier meisterhaft, die unheimliche Atmosphäre der Moorlandschaft mit einem Psychothriller zu verweben, der nicht nur unter die Haut geht, sondern auch den Geist beschäftigt.
Worum geht’s? Nach einer grausamen Mordserie, bei der drei Mädchen verschwinden, wird der vermeintliche Täter Jerome Monk gefasst – doch er schweigt darüber, wo die Opfer begraben sind. Jahre später bricht Monk aus dem Gefängnis aus und scheint Rache zu üben an denen, die damals in den Fall verwickelt waren. David Hunter, der forensische Experte, steht einmal mehr vor einem Rätsel, das nicht nur Verstand, sondern auch jede Menge Nerven erfordert.
Die Figuren wirken lebendig und glaubwürdig, besonders David Hunter zieht man sofort in seinen Bann. Beckett schreibt so, dass man fast das Moor riechen und die Kälte auf der Haut spüren kann. Sein Erzählstil ist klar, präzise und zugleich atmosphärisch dicht – eben genau richtig für einen Thriller, der nicht mit Actionprotzen glänzt, sondern mit klugem Aufbau und stimmungsvoller Spannung. Zwischendurch hatte ich dann doch mal einen Moment, in dem sich die Handlung etwas zog, aber das hat dem Hörgenuss kaum geschadet.
Wer Lust auf einen Thriller hat, der einem lange nach dem Einschalten des letzten Kapitels im Kopf herumspukt und dabei mit viel Tiefgang punktet, ist hier genau richtig. „Verwesung“ ist kein blutiges Gemetzel, sondern ein feiner Mix aus Psychokrimi und dichter Atmosphäre, der Fans von Simon Beckett und allen Krimifreunden Spaß macht.
Fazit: Atmosphärisch stark, spannend bis zur letzten Sekunde und mit einer Prise charmantem Grusel – perfekt für alle, die komplexe Fälle und eine gelungene Figurentrittbrettfahrt lieben. Von mir gibt’s dafür solide 4 von 5 Sternen.