Sörensen sieht Land - Sörensen ermittelt, Band 4 (ungekürzt)
Kritik
Kaum hat man sich in Katenbüll eingelebt, schon geht’s rund – und diesmal richtig heftig. Das Jubiläumsfest des Einkaufszentrums endet in einem dramatischen Chaos, als ein Auto in die Menge rast. Genau dieser Unfall holt Sörensen wieder mitten hinein in einen Fall, der auf den ersten Blick klar erscheint, aber hinter der Fassade düstere Fragen aufwirft. Dass es Malte Schuster, Sörens ehemaligen Praktikanten, betrifft, macht die Sache persönlich und zieht den Kommissar tief in den Strudel aus Geheimnissen und Zweifeln.
Sven Stricker trifft mit seinem typischen Stil genau den Ton, den man von der Reihe kennt: locker, schnörkellos und trotzdem mit einer kräftigen Portion schwarzem Humor. Sörensen selbst ist wieder einmal der souveräne, leicht grantige Ermittler, der trotz aller Härten und Ecken menschlich bleibt. Die Charakterzeichnung gelingt Stricker wunderbar, besonders die Beziehung zwischen Sörensen und Malte gibt der Geschichte zusätzliche Tiefe und macht das Ganze greifbar. Kein Detektiv, der aufgesetzt wirkt, sondern ein echter Typ mit Ecken und Kanten.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Atmosphäre: Das kleine Städtchen Katenbüll wird mit all seinen Schattenseiten lebendig, und die Handlung zieht einen mit. Es bleibt spannend, ohne in reine Schnitzeljagd-Manier abzudriften. Einziger kleiner Kritikpunkt: Manche Nebenstränge hätten für meinen Geschmack ruhig etwas konzentrierter oder kürzer ausfallen dürfen – manchmal hat die Erzählung kleine Durchhänger.
Für alle, die es gern spannend, aber auch authentisch und mit einer Prise Lakonie mögen, ist „Sörensen sieht Land“ genau das Richtige. Einfach mal reinschauen und miträtseln – hier wird nicht nur der Fall gelöst, sondern auch der Kommissar selbst lässt einen nicht kalt.
4 von 5 Sternen – solide, unterhaltsam und mit einem Ermittler, den man ins Herz schließt.