Der Krieg der Zwerge (Die Zwerge 2)
Kritik
Kaum schließt man „Der Krieg der Zwerge“ auf, fühlt man sich direkt mitten rein in die staubigen Hämmerhallen und finsteren Tunnel des Zwergerreichs versetzt – eine Welt, die Markus Heitz mit viel Herzblut und rauer Authentizität zum Leben erweckt. Man spürt die feste Entschlossenheit und das unbeugsame Rückgrat der Zwergengestalten, besonders von Tungdil, der erneut als mutiger Anführer glänzt, ohne dabei je in Klischees abzurutschen.
Die Handlung nimmt direkt Fahrt auf: Nach dem gefeierten Sieg über den dunklen Magus braut sich neue Gefahr zusammen. Orks, durch ein mysteriöses „Schwarzes Wasser“ unsterblich gemacht, rollen unaufhaltsam auf das Zwergenreich zu. Gleichzeitig ziehen finstere Mächte an der Westgrenze ihre Strippen, und gerade als Leser:in fiebert man mit diesen kleinen, aber kampferprobten Helden mit, die für ihre Heimat jede Axt schwingen. Es ist kein episches Dauergewitter an Actionszenen, sondern eine geschickte Mischung aus Spannung, Konflikt und auch mal einem überraschenden Lacher, der hier das Kopfkino anwirft.
Heitz‘ Schreibstil ist unkompliziert, schnörkellos und dabei so lebendig, dass Geschichten und Figuren fast neben einem sitzen. Obwohl das Buch eher gesetzt gefühlt ist, bleibt die Spannung greifbar, weil jeder Zwerg – egal ob Freund oder Feind – seine feinen Eigenheiten hat. Besonders gelungen finde ich, wie Der Krieg der Zwerge auf überzeugende Weise Gemeinschaft, Mut und Verrat erzählt, ohne dabei zu pathetisch zu werden.
Ein kleiner Kritikpunkt: Für Neulinge ist es vielleicht etwas fordernd, direkt in Band 2 einzusteigen, ohne das erste Buch zu kennen. Manche Zusammenhänge wirken ein wenig vorausgesetzt, was den Einstieg erschweren kann. Außerdem hätten ein paar mehr überraschende Wendungen der Geschichte ganz gut getan, da hier manches manchmal ein bisschen zu vorhersehbar bleibt.
Wer mit starken Charakteren, klassischen Fantasy-Elementen und einem Hauch düsterer Magie warm wird, findet in Markus Heitz‘ Zwergezählung genau das Richtige für gemütliche, spannende Lesestunden – vor allem, wenn man Lust auf bodenständige Helden hat, die mit viel Herzblut für ihre Sache kämpfen.
Kurz gesagt: Ein solides Fantasy-Sequel, das nicht mit großen Innovationen punktet, aber mit viel Charme, Spannung und sympathischen Figuren überzeugt. Ideal für alle, die Zwerge mehr lieben als Elfenfeen.
Bewertung: 4 von 5 Sternen