Wenn dir das hier gefiel …
Bretonische Verhältnisse
Key Facts
Kritik
Schon beim ersten Auftauchen von Kommissar Dupin in „Bretonische Verhältnisse“ fühlt man sich sofort als Teil dieser windumtosten, charmanten Ecke Frankreichs – der Bretagne – und will am liebsten selbst mit einer Tasse Kaffee in der Hand am Hafen sitzen. Der Auftakt rund um den Mord am legendären Hotelier aus Pont Aven ist klassisch genug, um neugierig zu machen, ohne dass es gleich zu überkandidelt wird. Ein bisschen verschlossen sind die Dorfbewohner, ein bisschen verschroben die Künstler – und mittendrin Dupin, der eigensinnige Ermittler mit seinem Faible für Pinguine und Kaffee. Wer sich auf ihn einlässt, wird mit einem sympathischen, lebendigen Charakter belohnt, der auf seine eigene, eher gemütliche Art den Fall Stück für Stück entwirrt.
Die Handlung läuft angenehm flüssig, dabei bleibt sie durchaus spannend, auch wenn das große „Wow“-Moment ausbleibt. Der Reiz liegt eindeutig im Lokalkolorit und der Atmosphäre, die Bannalec so gekonnt einfängt. Die Details zum bretonischen Alltag, die Landschaftsbeschreibungen und die kleinen Eigenheiten der Figuren machen das Lesen zu einem kleinen Kurzurlaub. Der Schreibstil ist leicht zugänglich, mit einer Prise Humor, die wunderbar zu der trügerischen Ruhe des Ortes passt – perfekt für alle, die einen Cosy Crime mit Wohlfühlflair suchen.
Klar, der Plot ist nicht ultra-komplex oder überraschend verschachtelt, was Leser mit hohen Ansprüchen an Nervenkitzel vielleicht etwas langweilen könnte. Und manchmal verläuft sich die Geschichte ein wenig in den zahlreichen Nebenfiguren, was den Lesefluss stellenweise hemmt. Auch Dupins Pinguin-Nerdtum ist schon fast zu freundlich plakativ, als wolle man ihn unbedingt unvergesslich machen.
Unterm Strich ist „Bretonische Verhältnisse“ genau das richtige Buch für alle, die sich gern von einem gutgelaunten Ermittler durch die rau-romantische Bretagne führen lassen wollen – ohne Hochspannung, dafür mit viel Charme und einem Hauch französischer Gelassenheit. Wer große Crime-Turbulenzen erwartet, sollte vielleicht eher woanders suchen. Für Fans von gemütlichem Krimi mit Schick und Seele gibt es hier aber ein klares Ja.
3.5 von 5 Sternen – solide Unterhaltung mit Herz und Küstenwind.
Klappentext
In Bretonische Verhältnisse, dem ersten Band der Krimi-Reihe von Jean-Luc Bannalec, wird der hochbetagte Inhaber des legendären Hotels Central in Pont Aven brutal erstochen. Kommissar Dupin, der eigensinnige Pinguinliebhaber und Kaffee-Junkie, muss sich in seinem ersten Fall in der Bretagne nicht nur mit verschlossenen Dorfbewohnern und kapriziösen Künstlern herumschlagen, sondern auch einem Geheimnis auf die Spur kommen, das weitreichende Konsequenzen hat.
Als kurz darauf eine zweite Leiche an der bretonischen Küste gefunden wird, wird Dupin klar, dass er es mit einem Fall ungeahnten Ausmaßes zu tun hat. Während der Druck von allen Seiten steigt, begibt sich der Kommissar auf die Suche nach dem Motiv hinter den Morden – und stößt dabei auf eine tragische Familiengeschichte und verborgene Geheimnisse in der malerischen Künstlerenklave.
Ein Muss für alle Fans von spannenden Cosy Crime und französischem Flair!
Jean-Luc Bannalec liefert mit seinen Wohlfühlkrimis um Kommissar Dupin aus der Bretagne die perfekte Urlaubslektüre: Mit feinsinnigem Humor und einem Gespür für das Lokalkolorit entführt Bannalec die Leser in die einzigartige Bretagne, wo man die salzige Atlantikluft förmlich riechen kann.
Die Krimi-Bestseller aus der Bretagne sind in folgender Reihenfolge erschienen:
Bretonische VerhältnisseBretonische BrandungBretonisches Gold
Bretonischer StolzBretonische FlutBretonisches LeuchtenBretonische GeheimnisseBretonisches VermächtnisBretonische SpezialitätenBretonische IdylleBretonische NächteBretonischer RuhmBretonische SehnsuchtBretonische Versuchungen
Die Bücher erzählen eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden.