Der perfekte Dreh
Kritik
Schon nach den ersten Seiten von „Der perfekte Dreh“ merkt man: Jeffrey Archer hat hier wieder seinen ganz eigenen Stil am Start – kurzweilig, scharfzüngig und voller überraschender Wendungen. In diesem Band versammelt er zwölf meisterhafte Kurzgeschichten, die rund um die Welt führen, von der afrikanischen Savanne bis ins glitzernde Peking, und dabei einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen der Mächtigen und Reichen bieten.
Die Handlung? Zumindest grob gesagt, dreht sich alles um Menschen, die sich mit Macht, Geld und Intrigen herumschlagen – vom ehrgeizigen Finanzminister über einen Aristokraten mit skurrilem Wettkampf bis hin zu einer Affäre, die ganz und gar nicht harmlos endet. Archer versteht es, jede Geschichte so zu erzählen, dass man beim Lesen förmlich den Puls spürt. Die Hauptfiguren sind keine Schwarz-Weiß-Karikaturen, sondern echte Charaktere, die mal sympathisch, mal rätselhaft wirken – genau das macht das Ganze so packend.
Was ich besonders mochte, ist Archers Stil: flüssig, prägnant und dabei nie langweilig. Er setzt auf Tempo und Raffinesse, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Manchmal hätte ich mir dennoch gewünscht, dass manche Geschichten ein bisschen mehr Raum bekommen, denn durch die Kürze bleiben einige Ideen nur angedeutet. Aber gerade das trägt auch zum Reiz bei – man bekommt den perfekten kleinen Kick und muss gar nicht erst seitenlang durchhalten.
Ein kleiner Wermutstropfen: Wer ausgiebige Charakterentwicklungen sucht oder völlig unerwartete, “literarische” Überraschungen, ist hier vielleicht falsch. Das ist klarer Mainstream mit dem Händchen fürs Dramatische – und genau das will das Buch ja auch sein. Für alle, die spannende Erzählungen mögen, die sich flott lesen lassen und trotzdem ein bisschen Hirn mitbringen, ist „Der perfekte Dreh“ genau das Richtige.
Fazit: Jeffrey Archer liefert überzeugend ab – clevere, gut inszenierte Kurzgeschichten, die perfekt für zwischendurch sind und mit viel Charme sowie Biss punkten. Ich gebe 4 von 5 Sternen. Wer auf raffinierte Erzählkunst steht, sollte unbedingt mal reinschnuppern.