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Was aus dem Moor kommt: Ostfrieslandkrimi
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „Was aus dem Moor kommt“ aufgeschlagen, zieht einen die düstere Stimmung Ostfrieslands sofort in den Bann – diese Mischung aus Nebel, kaltem Moor und einer gehörigen Portion Geheimnis macht neugierig und lässt einen nicht mehr los. Lasse Paulsen, der vom IT-Experten zu unfreiwilligem Moor-Ermittler wird, steht genau zwischen zwei Welten: rational, kopflastig – und dennoch konfrontiert mit etwas, das sich nicht so einfach erklären lässt.
Die Handlung ist spannend gestrickt: Ein toter Einsiedler mitten in der Abgeschiedenheit, ein verborgener Forschungskomplex und ein Dorf, das vor Angst den Sündenbock sucht. Ohne zu viel zu verraten, schafft es Willhaus, eine Atmosphäre aufzubauen, die beklemmend wirkt, aber nie übertrieben düster wird. Lasse ist dabei kein klassischer Krimi-Held à la Sherlock Holmes, sondern eher jemand, der komplett aus der Rolle fällt – und genau das macht ihn sympathisch und echt. Man spürt, wie er sich quer durch die Geschichte ringen muss, zwischen Logik und irrationalen Ängsten.
Der Schreibstil? Locker, direkt, ohne viel Schnickschnack. Das Tempo passt; mal ruhig und atmosphärisch, dann wieder überraschend temporeich. Da merkt man, dass Willhaus ein Händchen dafür hat, Spannung aufzubauen, ohne in Klischees zu verfallen. Besonders gefallen hat mir, wie das Moor nicht nur Kulisse ist, sondern fast zum eigenen Charakter wird – unheimlich und faszinierend zugleich.
Ein kleines Manko: Manchmal war die Erklärung zu den Forschungen und der Krankheit etwas sperrig, da hätte ich mir ein bisschen weniger technisches Gedöns gewünscht. Aber das verzeiht man schnell, weil die Geschichte sonst so mitreißt.
Wer auf halbwegs realistische Ostfriesland-Krimis mit einem Schuss Mystery steht und keine Lust auf 08/15-Detektive hat, der wird mit diesem Buch glücklich. Es ist kein klassischer Mörder-überführt-Mörder-Plot, sondern eher ein verzwicktes Puzzle, das man Stück für Stück zusammensetzen will.
Fazit: Ein fesselnder Thriller, der mit Atmosphäre punktet und durch einen ungewöhnlichen Protagonisten besticht. Für Freunde von Krimis mit regionalem Flair und einem Schuss Geheimnis absolut eine Leseempfehlung.
4 von 5 Sternen.