Achtsam morden
Kritik
Wenn du denkst, Achtsamkeit und Mord hätten nichts miteinander zu tun, dann hat Karsten Dusse genau das richtige Buch für dich. „Achtsam morden“ verbindet auf eine überraschend witzige und leicht schräge Weise die ernste Welt eines gestressten Anwalts mit der Kunst der Selbstreflexion – und das alles mit einem dunklen, aber auch urkomischen Twist.
Björn Diemel, der Protagonist, ist so gar nicht der klassische Yoga-Typ. Stattdessen ist er ein Arbeitstier, das auf Anweisung seiner Ehefrau plötzlich zur inneren Ruhe finden soll – oder zumindest so tut, als ob. Dass er dabei ausgerechnet einen Mafiaboss auf eine ganz besondere Weise „entsorgt“, macht die Geschichte erst richtig spannend und sorgt zwischendurch für herzhafte Lacher. Die Mischung aus gnadenlos trockenen Humor, Satire und überraschend viel Tiefgang macht den Charme des Buches aus. Der Schreibstil ist unkompliziert, flott und lässt sich trotz der teilweise ernsten Thematik locker weglesen.
Ein absolutes Highlight ist übrigens die Sympathie, die man trotz Björns zwielichtiger Beschäftigungen für ihn entwickelt. Das zeigt, wie gut Dusse Figuren zeichnet, die nicht perfekt sind, aber auf ihre ganz eigene Art funktionieren. Wenn dann noch der herrlich ironische Blick auf die moderne Selbstoptimierung dazukommt, fühlt sich das Ganze wie ein erfrischender Smalltalk unter Freunden an.
Natürlich ist die Story nicht ganz frei von Klischees und manch eine Wendung wirkt ein bisschen vorhersehbar. Aber das kratzt kaum, weil das Gesamtpaket so unterhaltsam bleibt, dass man einfach mitziehen will.
Kurz gesagt: Wer Lust auf einen kurzweiligen, cleveren Roman mit einer großen Portion schwarzem Humor hat, ist bei „Achtsam morden“ genau richtig. Für alle, die auf der Suche nach etwas Leichtem sind, das trotzdem nicht nur oberflächlich bleibt – unbedingt reinschauen!
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Mörderisch entspannt gelesen von Matthias Matschke