Reporter ohne Stimme - MacTavish & Scott - Die Lady Detectives von Edinburgh, Folge 17 (Ungekürzt)
Kritik
Schon beim ersten Hören schlägt die Geschichte von „Reporter ohne Stimme“ direkt Wellen – nicht nur im Podcast-Studio, sondern auch beim Hörer. Gitta Edelmann nimmt uns mit in die lebhafte Welt von Edinburgh, wo eine scheinbar harmlose Radio-Session eine tödliche Wendung nimmt. Finola MacTavish, die eigentlich gar nicht vor das Mikro wollte, steckt plötzlich mitten in einem Mordfall, der mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet.
Das Zusammenspiel der Hauptfiguren macht den Charme dieser Folge aus. Finola ist eine starke, sympathische Figur mit einem Faible für Kräutermedizin und Cupcakes – eine schöne, lockere Note, die das Krimigeschehen angenehm entspannt. Anne Scott, die bodenständige Mitstreiterin, und Lachie, das technische Genie, ergänzen das Team perfekt. Besonders die neuen Impulse der dritten Detektivin lockern die Dynamik auf, ohne dabei die bewährte Atmosphäre zu stören. Der Schreibstil von Edelmann ist leichtfüßig, dabei aber keineswegs oberflächlich; die Dialoge wirken natürlich, lebendig und überraschen mit einem feinen Humor, der dem ansonsten ernsten Thema eine wohltuende Balance verleiht.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist, wie unkompliziert die Story ins Rollen gebracht wird – eben so, wie es sich für einen modernen Krimi im Podcast-Setting gehört. Ein bisschen realitätsnah, mit Ecken und Kanten, und erfreulich ohne langatmige Hintergrundschleifen. Man sitzt quasi neben Finola auf der Studiocouch und erlebt jede emotionale Regung mit. Okay, manchmal hätten die Wendungen etwas überraschender sein dürfen, das Ende kommt für mich ein kleines bisschen zu schnell. Aber wer auf unkomplizierte, sympathische Krimikost mit einem Schuss Herzlichkeit steht, wird das locker verkraften.
Für alle, die Lust auf einen Detektivroman ohne viel Schnickschnack haben und dabei gern sympathische Charaktere begleiten – hier liegt genau das richtige Hörfutter. Dieses Buch ist definitiv nichts für Hardcore-Krimi-Fans, die auf unvorhersehbare Thrillereffekte aus sind. Aber für alle anderen, die lieber mit einem heißen Tee und Gebäck im Ohr spannende, aber nicht zu harte Fälle knacken wollen, ist Gitta Edelmann mit „Reporter ohne Stimme“ ein echter Treffer gelungen.
3,5 von 5 Sternen – solide, unterhaltsam und mit einem angenehmen Schuss Herzlichkeit, aber ohne dramatische Überraschungen. Ein echter Wohlfühl-Krimi für alle, die Edinburgh und seine Lady Detectives im Herzen tragen wollen.