Schroffe Klippen (Alpen-Krimis 17)
Kritik
Schon die ersten Seiten von „Schroffe Klippen“ haben mich direkt in den Bann gezogen – dieses raue Irland, die schroffen Klippen und das ständige Spiel zwischen Sturm und Stille schaffen eine Atmosphäre, die sofort unter die Haut geht. Nicola Förg schickt ihre Ermittlerin Irmi Mangold diesmal an die Nordwestküste Irlands, wo ein rätselhafter Tod und das Verschwinden einer jungen Frau den Startschuss für einen spannenden Alpen-Krimi geben, der so ganz anders ist als erwartet.
Im Zentrum steht Irmi, die es einfach nicht lassen kann, nach dem perfekten Ruhestand zu suchen – stattdessen stürzt sie sich mitten hinein in dunkle Geheimnisse, skurrile Verdächtige und ein kompliziertes Netz aus Lügen. Die Kombination aus ihrem scharfen Spürsinn und der ungewohnten Kulisse macht Lust auf mehr. Besonders erfrischend fand ich, wie Förg aktuelle Themen wie digitale Nomaden und dubiose Greyhound-Rennen geschickt in die Handlung integriert, ohne sich in Details zu verlieren. Das bringt nicht nur frischen Wind, sondern auch eine gehörige Portion Realität in den Krimi-Alltag.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und mit einem Augenzwinkern, das die Spannung angenehm locker hält. Trotzdem nimmt die Geschichte in der zweiten Hälfte ordentlich Fahrt auf und hält alle Überraschungen parat. Nur an der einen oder anderen Stelle habe ich mir gewünscht, dass die Figuren noch etwas mehr Tiefe bekommen – manche bleiben eher skizzenhaft, sodass ich nicht immer sofort mit ihnen warm wurde. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Für alle, die gerne klassische Krimis mögen, die aber auch mal ungewöhnliche Schauplätze und Gesellschaftsthemen einbeziehen, ist „Schroffe Klippen“ genau das Richtige. Wer jetzt denkt, das ist mal wieder ein Alpen-Krimigelage-Standard, der irrt – die Kombination aus Irlands Wildheit und Förgs treffsicherer Erzählnote macht den 17. Band zu einem kurzweiligen, aber bleibenden Leseerlebnis.
Mein Fazit: Spannend, modern und mit einer Ermittlerin, die einfach nicht locker lässt. Für Fans der Reihe sowieso Pflicht, für Krimifreunde mit Faible für Ambiente und Subtext eine klare Empfehlung.
4 von 5 Sternen