Gruppe 15 - Thriller
Kritik
Kaum hat man „Gruppe 15“ auf den Ohren, sitzt man auch schon mitten in einem gefährlichen Spiel aus Politik, Geheimdiensten und knallharter Action. Mark Dawson schafft es, seine Hauptfigur Bryan Duffy – einen Agenten, der eigentlich im spanischen Exil schmort – direkt in den Strudel eines fiesen nordkoreanischen Attentats zu werfen. Und dann geht‘s Schlag auf Schlag.
Duffy ist kein klassischer Superspion, sondern eher ein abgerockter, cleverer Typ mit Ecken und Kanten, der durch seine Vergangenheit und seine besonderen Fähigkeiten richtig Leben in die Geschichte bringt. Mir hat vor allem gefallen, wie glaubhaft Dawson diese Figur gestaltet, ohne in Klischees zu verfallen. Der Plot ist tight, mit genügend Spannung und Wendungen, um das Kopfkino ordentlich anzuwerfen, ohne dabei unübersichtlich oder überladen zu wirken.
Der Schreibstil ist flott, erzählt aus der Perspektive von jemandem, der genau weiß, wie man Nervenkitzel erzeugt, dabei aber nicht auf billige Effekte setzt. Was ich schade fand: Einige Nebenfiguren bleiben etwas blass und die Story hätte an manchen Stellen gern noch ein bisschen tiefer in die Hintergründe schauen können. Aber das schmälert den Thriller-Spaß kaum – im Gegenteil, Actionfreunde werden hier bestens bedient.
„Gruppe 15“ ist also genau das richtige für alle, die Lust auf einen smarten Agententhriller haben, der mit viel Drive aus der Menge heraussticht und einen nicht so schnell loslässt. Perfekt für lange Zugfahrten oder den Hörbuchabend auf der Couch.
Ich gebe solide 4 von 5 Sternen – solider Stoff für Fans von Spannung, Drama und einem Hauch Geheimdienst-Flair. Wer auf der Suche nach einem cleveren, spannenden Thriller mit Ecken und Kanten ist, sollte Bryan Duffy auf jeden Fall eine Chance geben.