Wenn dir das hier gefiel …
Monster
Key Facts
Kritik
# Nele Neuhaus – Monster: Ein Krimi, der polarisiert
Wenn man „Monster“ von Nele Neuhaus aufschlägt, taucht man sofort in eine düstere, beklemmende Atmosphäre ein, die einen nicht mehr so schnell loslässt. Der Start fühlt sich fast an wie ein Sprung in kaltes Wasser – der Fund der Leiche eines jungen Mädchens im hessischen Hintertaunus zieht die Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein tief in ein Gewirr aus Verbrechen, Verrat und gesellschaftlichen Abgründen.
Die Story ist komplex und vielschichtig: Neben dem Mord an der 16-jährigen Larissa begegnen wir weiteren mysteriösen Todesfällen und verschwundenen Personen, die scheinbar voneinander getrennt sind, sich aber im Verlauf des Romans zunehmend verknüpfen. Besonders spannend ist der Spannungsbogen um einen afghanischen Asylbewerber, der schnell zum Verdächtigen wird – eine aktuelle Thematik, die hier den Nerv der Zeit trifft und zum Nachdenken anregt, ohne dabei in platte Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen.
Die Hauptfiguren Pia Sander und Oliver von Bodenstein sind längst keine blutjungen Ermittler mehr, ihre Persönlichkeiten tragen Seele und Schwächen in die Geschichte. Ihr Teamwork funktioniert gewohnt gut, und Neuhaus schreibt gewohnt zugänglich, fast schon schnörkellos. Das Tempo schwankt zwar stellenweise – mehrmals war ich versucht, Seiten zu überspringen – aber gerade die psychologische Tiefe und die Reflexion gesellschaftlicher Themen fand ich erfrischend.
Obwohl der Erzählstil meistens flott und eingängig ist, hat mich die machmal recht einfache Sprache gestört, ebenso die vielen Rechtschreib- und Satzfehler (zumindest in der E-Book-Version), die den Lesefluss etwas ausgebremst haben. Einige Handlungsstränge wirken zudem ein bisschen überfrachtet, was am Stück gelesen allerdings weniger auffällt. Zudem sind mir die privaten Dramen von Pia und Bodenstein stellenweise etwas zu altbacken und klischeebehaftet erschienen.
Wer sich von einem Krimi nicht nur fesseln, sondern auch zum Nachdenken anregen lassen will, ist hier richtig – besonders wenn man Fans von Neuhaus’ Taunus-Krimireihe ist. Auf der anderen Seite: Wer knackige Spannung und eine perfekt geschliffene Sprache sucht, könnte hier etwas enttäuscht sein.
Fazit: „Monster“ ist ein solider Krimi mit sozialkritischem Einschlag, der sich durch einige Längen und stilistische Stolpersteine zwar ein bisschen selbst im Weg steht, aber dank komplexer Story und relevanter Themen den Nerv der Zeit trifft. Für ein gemütliches Krimilesewochenende okay – aber mehr auch nicht.
Bewertung: 3 von 5 Sternen
Klappentext
»Packend und temporeich erzählt von der deutschen Queen of Crime, die sich von echten Kriminalfällen inspirieren ließ!« Rhein-Neckar-Zeitung
Wer schuldig ist, entkommt nicht…
Im Feld wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Die 16-Jährige Larissa wurde erdrosselt. Durch eine DNA-Analyse gerät ein abgelehnter afghanischer Asylbewerber, der erst zu einer Haftstrafe verurteilt, aber nach einer Haftbeschwerde auf freien Fuß gesetzt wurde, ins Visier der Polizei. Er kann untertauchen, bevor Pia Sander und Oliver von Bodenstein mit dem Mann sprechen können.
Auf einer Landstraße im Hintertaunus wird nachts ein Mann von einem Auto erfasst und getötet. Sein Körper ist übersät mit Bisswunden, sein Gesicht entstellt. Der Mann hatte bei einem illegalen Autorennen eine schwangere Frau getötet. Wovor ist er geflohen und wer hat ihn so zugerichtet?
Pia und Bodenstein stoßen auf immer mehr rätselhafte Todes- und Vermisstenfälle und auf eine Parallele zum Mordfall Larissa. Ohne es zu ahnen, steuern sie auf eine Katastrophe zu.
»Klare Leseempfehlung für kalte Wintertage« Express am Sonntag
*** Der neuste Taunus-Krimi: Gänsehautgarantie! Machen Sie sich gefasst, das Buch in einer Nacht zu verschlingen. Für Nele Neuhaus Fans und Krimi-Begeisterte! ***