Tödlicher Beifall - Lynch & Macrae, Band 5 (Ungekürzt)
Kritik
Schon beim ersten Kapitel zieht „Tödlicher Beifall“ einen sofort in seinen Bann. Diese Mischung aus eleganter Opernwelt und rauer schottischer Inselkulisse ist einfach faszinierend – da fühlt man sich fast selbst wie ein Teil des Ganzen. Die Geschichte dreht sich um Cass Lynch, die nicht nur mit der Strahlkraft ihrer berühmten Mutter jongliert, sondern auch mitten in einem tödlichen Komplott steckt, das eng mit einem geheimnisvollen Wikingerschatz auf den Shetlandinseln verknüpft ist. Spannung und Atmosphäre gehen hier Hand in Hand, ohne dass man das Gefühl hat, es wird irgendwie zu viel.
Cass und Detective Inspector Gavin Macrae sind authentisch gezeichnet und wirken in ihrer Dynamik ungezwungen und glaubhaft. Besonders gefallen hat mir, wie Marsali Taylor es schafft, diese Figuren mit Ecken und Kanten zu versehen – man begleitet sie gern auf ihrem Weg, fiebert mit und rätselt mit. Der Stil des Buches ist flüssig, lebendig und hin und wieder auch mit einem Augenzwinkern versehen, was das Ganze locker und angenehm macht. Keine staubige Thriller-Kost, sondern eher ein spannender Page-Turner mit Stil.
Klar, manchmal hat die Handlung kleine Längen, vor allem wenn detailliert in die Opernwelt getaucht wird, aber das ist eher ein schöner Bonus für Fans von musikalischem Flair. Echte Liebhaber*innen von düsteren Ermittlungen könnten sich stellenweise mehr Tempo wünschen, doch wer Wert auf Atmosphäre legt, wird hier definitiv glücklich.
Unterm Strich ist „Tödlicher Beifall“ eine gelungene Mischung aus Krimi, Familiendrama und schottischem Flair – perfekt für alle, die es spannend, aber nicht übertrieben düster mögen. Wer Lust hat auf Intrigen, Rätsel und eine Prise Glanz, sollte unbedingt zugreifen.
4 von 5 Sternen – ein starker Band, der Lust auf mehr macht!