Komm spielen - Thriller (Ungekürzt)
Kritik
Kaum hat man die ersten Seiten von „Komm spielen“ aufgeschlagen, fühlt man sich sofort ins Geschehen hineingesogen – dieses Buch lässt einen so schnell nicht mehr los. Annie sucht mit ihrem kleinen Sohn Charlie einen Neuanfang fernab von New York, doch das beschauliche Castle Creek entpuppt sich schnell als düsterer Schauplatz, an dem die Ruhe trügerisch ist. Was als friedlicher Rückzug beginnt, entwickelt sich zu einem nervenaufreibenden Wettlauf gegen die Zeit, in dem Zweifel und Angst ständig mitlesen.
Annie als Protagonistin ist wunderbar echt: keine Superheldin, sondern eine Mutter, die verzweifelt versucht, ihren Sohn zu schützen – das macht sie greifbar und sympathisch. Barclay versteht es, die Figuren lebendig wirken zu lassen, ohne sie zu überfrachten. Sein Schreibstil ist dabei angenehm schnörkellos, mit knackigen Dialogen und einer Spannung, die kontinuierlich steigt. Man möchte immer wissen, was als Nächstes passiert, ohne lange Umwege oder Längen – echtes Pageturner-Material.
Kritisch anmerken würde ich, dass die ein oder andere Szene doch ein bisschen vorhersehbar bleibt, hier und da hätten überraschende Wendungen das Ganze noch ein Stück aufregender gemacht. Außerdem hätte ich mir bei manchen Nebenfiguren noch mehr Tiefe gewünscht, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Wer auf gut gemachte Thriller mit einem soliden Mystery-Touch steht und Geschichten mag, in denen das Grauen subtil aber unaufhaltsam näherkommt, ist hier goldrichtig. „Komm spielen“ überzeugt durch packende Atmosphäre und eine Story, die einen bis zur letzten Minute fesselt.
4 von 5 Sternen – ein starker Thriller für alle, die sich gerne ein bisschen gruseln und mitfiebern wollen.