Schatten über Kensington Palace - Ein Fall für Wrexford and Sloane, Band 3 (Ungekürzt)
Kritik
Sofort hat mich dieser Fall mitten ins Herz von Londons Gesellschaft gezogen, wo glamouröse Fassaden trügerisch wirken und dunkle Geheimnisse lauern. „Schatten über Kensington Palace“ ist nicht nur eine spannende Reise durch opulente Ballsäle und verschwiegene Salons, sondern auch ein fesselndes Duell zwischen Verstand und Intrigen.
Die Geschichte setzt direkt an, als Charlotte Sloane ihre Differenzen mit Lord Wrexford beiseitelegt, um einen unschuldig Verurteilten zu retten – ihren eigenen Cousin. Das Zusammenspiel der beiden ist dabei so charmant und vielschichtig, dass ihre dynamische Zusammenarbeit gleichzeitig für Spannung und eine Prise Humor sorgt. Charlotte überzeugt mit ihrem klugen, sympathischen Charakter, während Wrexford mit seiner lakonischen Art für den nötigen Gegengewicht sorgt. Andrea Penrose schreibt dabei flüssig und mit einem Gespür für Atmosphäre, das Londons Gegensätze glänzend einfängt.
Was mir besonders gefiel, ist die Tiefe, mit der die Figuren und ihre Beziehungen skizziert werden, ohne den Erzählfluss zu bremsen. Die Mischung aus historischen Details und Krimispannung fühlt sich dabei sehr authentisch an. Kleine Schwächen gibt es: Manche Wendungen sind etwas vorhersehbar und hätten gerne noch eine Schippe mehr Überraschung vertragen können. Auch ab und zu wirkt das Tempo ein wenig ungleichmäßig, aber das stört nicht maßgeblich.
Wer auf atmosphärische historische Krimis mit sympathischen Figuren und einem Hauch Romantik steht, ist hier genau richtig. „Schatten über Kensington Palace“ macht Lust auf mehr von Wrexford und Sloane und entführt Leser:innen in eine Welt voller Geheimnisse, die man einfach nicht aus der Hand legen möchte.
4 von 5 Sternen – kurzweilig, charmant und spannend, ein solides Vergnügen für Fans von historischer Spannung und Charaktertiefe.