Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
Kritik
Manchmal reicht ein einziger Arbeitstag, um hinter die Fassade eines scheinbar unscheinbaren Bürolebens zu blicken – und plötzlich wird aus Routine ein mörderisches Rätsel. „Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?“ zieht einen genau in dieses Spannungsfeld hinein, in dem Ehrlichkeit, Eifersucht und Geheimnisse miteinander verstricken. Dawn Schiff, die stille Außenseiterin im Büro, bleibt für viele unsichtbar – bis sie einfach verschwindet. Ihre Kollegin Natalie Farrell ist nicht nur überrascht, sondern schnell in einem Strudel von Verdächtigungen, Lügen und emotionaler Verwirrung gefangen.
Freida McFadden versteht es meisterhaft, aus einem vermeintlich gewöhnlichen Büroalltag eine nervenaufreibende Geschichte zu machen. Die Charaktere wirken lebensecht und vielschichtig: Dawn als rätselhafte Außenseiterin, Natalie als sympathisch neugierige Figur mit Ecken und Kanten. Der Schreibstil ist flüssig, locker und doch präzise, was das Lesen angenehm macht – man fühlt sich direkt mittendrin und will unbedingt wissen, wie alles ausgeht. Besonders gelungen fand ich, wie geschickt die Autorin zwischen verschiedenen Perspektiven wechselt und immer wieder subtile Hinweise einstreut, die zum Mitraten einladen.
Wer jetzt einen klassischen Thriller mit knallharten Action-Szenen erwartet, liegt hier vielleicht falsch. Die Geschichte lebt vielmehr vom Zwischenmenschlichen, von unterschwelligen Spannungen und einer Atmosphäre, die einen erst nach und nach in den Bann zieht. Ein kleines Manko: Manche Wendungen erschließen sich mir nicht ganz so logisch, und an ein paar Stellen wäre etwas mehr Tiefe in den Hintergründen der Figuren schön gewesen.
Aber insgesamt hat mich „Die Kollegin“ bestens unterhalten – perfekt für alle, die spannende, psychologisch angehauchte Krimis mögen und sich gern in einem Büro-Thriller mit leisen, aber scharfen Kanten verlieren. Ein kurzweiliges Leseerlebnis, das neugierig macht auf mehr von Freida McFadden.
4 von 5 Sternen – ein solides, unterhaltsames Paket mit sympathisch skurrilen Figuren und einem dicken Geheimnis. Wer Bürokollegen schon mal als (mögliche) Verdächtige gesehen hat, sollte hier unbedingt reinschauen.
Klappentext
Im Büro ist Dawn Schiff eine Außenseiterin. Sie sagt nie das Richtige. Sie hat keine Freunde. Aber sie ist jeden Morgen um Punkt 8:45 Uhr an ihrem Platz in der Firma, in der sie als Buchhalterin arbeitet. Bis sie eines Morgens nicht mehr auftaucht. Dawns Kollegin Natalie Farrell wundert sich. Dann erhält sie einen anonymen Anruf und fährt zu Dawns Wohnung. Ehe sie sich versieht, befindet sie sich in einem Katz-und-Maus-Spiel, in dem sie nicht mehr sagen kann, wer das wahre Opfer ist. Nur eins scheint klar: Jemand muss Dawn so sehr gehasst haben, dass er sie getötet hat.
Gekürzte Lesung mit Rebecca Veil, Monika Oschek
8h 29min