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Das kalte Herz von Oxford - Ein Fall für DI Wilkins
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „Das kalte Herz von Oxford“ aufgeschlagen, hat mich die beklemmende Atmosphäre der geschichtsträchtigen Stadt sofort gepackt. Simon Mason gelingt es, aus dem scheinbar idyllischen Oxford eine düstere Kulisse zu zaubern, in der ein furchtbarer Albtraum Gestalt annimmt. Als die vierjährige Poppy plötzlich verschwindet, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der den Leser durch Oxfords Schattenwelten zieht und tief in menschliche Abgründe blicken lässt.
Im Mittelpunkt steht das Ermittlerduo Ray Wilkins und sein suspendierter Ex-Partner Ryan, der trotz aller Widrigkeiten nicht locker lässt. Besonders Ryan bringt mit seiner verzweifelten Hartnäckigkeit und seinen undurchsichtigen Kontakten zur Unterwelt den Fall zum Kochen. Man spürt seine Tragik und seinen persönlichen Antrieb, was dem Thriller eine ganz eigene emotionale Tiefe verleiht. Mason schreibt klar und schnörkellos, die kurzen Kapitel bringen Tempo rein, bei dem nie die Spannung leidet. Dabei gelingt ihm die Balance zwischen britischem Ermittlerflair und modernen Noir-Elementen echt gut – fast fühlt man sich wie auf einem düsteren Spaziergang durch Oxford, bei dem hinter jeder Ecke Gefahr lauert.
Klar, ab und zu sind ein paar Wendungen vorhersehbar, und manche Nebencharaktere hätten noch etwas mehr Profil vertragen können. Aber das schadet dem Gesamterlebnis kaum, weil das packende Gesamtbild und die starke Charakterzeichnung das locker wettmachen. Wer auf spannende Krimis mit einem Hauch Melancholie steht und Oxford als mehr als nur Kulisse lieben lernt, liegt hier goldrichtig.
Unterm Strich ein mitreißender Thriller, der ordentlich Herzschmerz und Nervenkitzel bietet, ohne ins Klischee abzurutschen. Perfekt für Leser, die Krimis mögen, die nicht nur den Kopf fordern, sondern auch das Herz berühren.
4 von 5 Sternen – Ein starker Fall mit genug Ecken und Kanten, um lange nachzuwirken.
Klappentext
Für Rachel Clarke beginnen an einem strahlenden Sommertag in Oxford die dunkelsten Stunden ihres Lebens: Ihre vierjährige Tochter Poppy verschwindet, während Rachel kurz abgelenkt ist. Niemand will etwas gesehen haben. Sofort wird die Polizei eingeschaltet, und auch Ryan Wilkins nimmt Anteil an der Suche. Zwar ist er vom Dienst suspendiert, sodass nur sein Ex-Partner DI Ray Wilkins offiziell ermittelt, doch Ryan kann nicht tatenlos bleiben. Zumal ihn ein Ereignis in der Nacht nach der Tat nicht loslässt: "Mick Dick", ein Kleinkrimineller, kommt bei einem Unfall ums Leben, nachdem ihn irgendetwas in Panik versetzt hatte. Ryan ahnt, dass Mick in Poppys Verschwinden verwickelt war. Und er nutzt seine Kontakte in Oxfords Unterwelt, um das Mädchen zu finden, bevor es zu spät ist ...
"Simon Masons Beitrag zum edlen Genre des britischen Kriminalromans gehört zu den besten der letzten Jahrzehnte." Stephen Fry
Auf der Times-Liste der besten Spannungsromane des Jahres.