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Autor:
Erschienen:
2019-04-24
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Mephisto

Kritik

Schon beim Aufschlagen von „Mephisto“ habe ich gespürt, dass mich hier keine leichte Kost erwartet – aber genau das macht das Buch so fesselnd. Klaus Mann entwirft das Porträt eines Mannes, Hendrik Höfgen, dessen Karriereweg vom kleinen Bühnenkünstler zum gefeierten Star des Nazi-Deutschlands führt – und der dabei einen verhängnisvollen Pakt mit dem Regime schließt.

Ohne zu viel zu verraten, begleitet man Höfgen durch die turbulenten Jahre zwischen 1926 und 1936. Es geht um Kunst, Macht und vor allem um kompromisslose Anpassung. Der Schauspieler steht stellvertretend für all jene, die sich an ein gefährliches System anpassen, um ihre persönliche Karriere voranzutreiben – und dabei ihre moralischen Grundsätze über Bord werfen. Man spürt regelrecht, wie Hendriks innerer Zwiespalt an ihm nagt, auch wenn er den Preis der Anpassung akzeptiert.

Was mir besonders gefallen hat, ist Klaus Manns geschliffener, zugleich lebendiger Stil: Er kombiniert präzise Beobachtung mit einer feinen Satire, die nie platt wirkt, sondern tief unter die Oberfläche geht. Die Figuren sind kein bisschen eindimensional, gerade Höfgen mit all seinen Widersprüchen wirkt lebendig und echt, fast ein bisschen zu nah an der Realität. Man erwischt sich dabei, wie man zwischendurch innerlich mit dem Protagonisten hadert – Sympathie und Abscheu liegen nah beieinander.

Klar, manchmal zieht sich der Roman etwas, besonders wenn mit vielen historischen Details jongliert wird. Für Leser:innen, die gerne flott durch Fiktion rasen, könnte das stellenweise etwas zu schwerfällig sein. Aber gerade diese Tiefe macht das Buch ja auch so wichtig und bewusstseinserweiternd.

Wenn du Lust auf einen Klassiker hast, der politisch brisant, hoch aktuell und literarisch anspruchsvoll ist, dann ist „Mephisto“ ein Must-Read. Klaus Manns Roman regt an, stellt Fragen nach Moral, Kunst und der menschlichen Anpassungsfähigkeit – auch heute noch brandaktuell.

Unterm Strich: Ein intensives, kluges Buch, das dich beim Lesen nicht kalt lässt und dich länger beschäftigt. Volle 4 von 5 Sternen von mir.

Klappentext

"Mephisto" erzählt die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgen, von seinen Anfängen im Hamburger Künstlertheater 1926 bis zum Jahr 1936, als es Höfgen (in manchen Zügen unverkennbar Gustaf Gründgens) zum gefeierten Star des neuen Reiches gebracht hat. Höfgen geht dafür jedoch einen Teufelspakt ein und verrät die humanen Werte, für die er einst eintrat. "Mephisto" ist ein zeitkritisches Panorama der Zustände im Dritten Reich - mit deutlich satirischen Elementen -, eine Geschichte von Anpassung und Widerstand. Erstmals erschienen 1936 im Amsterdamer Exilverlag Querido, wurde die Verbreitung des Romans in der Bundesrepublik 1966 verboten. 1981 erschien trotz Verbots eine Neuausgabe, und "Mephisto" wurde zum Kultbuch.

FAQ

"Mephisto" erzählt die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgen, von seinen Anfängen im Hamburger Künstlertheater 1926 bis zum Jahr 1936, als es Höfgen (in manchen Zügen unverkennbar Gustaf Gründgens) zum gefeierten Star des neuen Reiches gebracht hat. Höfgen geht dafür jedoch einen Teufelspakt ein und verrät die humanen Werte, für die er einst eintrat.…

Was mir besonders gefallen hat, ist Klaus Manns geschliffener, zugleich lebendiger Stil: Er kombiniert präzise Beobachtung mit einer feinen Satire, die nie platt wirkt, sondern tief unter die Oberfläche geht.

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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