Wenn dir das hier gefiel …
Commissaire Marquanteur und die Zypressen: Frankreich Krimi
Key Facts
Kritik
Wer hat gedacht, dass ein Duft zum tödlichen Puzzle werden kann? Alfred Bekker nimmt uns mit auf eine unerwartete Reise in die Welt der Parfümeure, wo hinter der wohlriechenden Fassade eine düstere Geschichte lauert. Der Tod von Julien Lombard, dem genialen Parfümeur, ist nicht einfach nur ein Fall – es ist ein Rätsel, das alle Sinne fordert.
Die Handlung entzündet sich an einem scheinbar friedlichen Versterben, das keine Erklärung zu bieten scheint. Während marodes Misstrauen und mehr als eine blumige Spur Commissaire Marquanteur auf Trab halten, entfaltet sich vor unseren Augen ein Krimi, der aus der Masse der üblichen Ermittlungen heraussticht. Der Kontrast zwischen dem nüchternen Leroc und dem intuitiven Marquanteur bringt frischen Wind in die Geschichte. Besonders die Idee, einen Ermittler in die Welt der Düfte eintauchen zu lassen, ist originell und faszinierend – ich habe tatsächlich kurz überlegt, ob ich meine eigene Nase mal genauer trainieren sollte.
Bekkers Schreibstil ist dabei überraschend lebendig und oft sehr präzise, fast so, als könne man die Duftnoten durch die Zeilen riechen. Die Kombination aus kriminalistischem Handwerkszeug und poetischer Sprache schafft eine angenehme Balance, die den Leser motiviert, immer tiefer in die Geschichte einzutauchen. Die Figuren sind dabei nicht reißerisch überzeichnet, sondern wirken glaubwürdig und durchdacht, gerade Marquanteur mit seiner etwas eigenwilligen Herangehensweise hat mich durchaus zum Schmunzeln gebracht.
Ein kleiner Minuspunkt ist manchmal die Detailverliebtheit in die Parfümwelt, die zwischendurch den Erzählfluss minimal ausbremst – für absolute Krimifans aber eher Nebensache. Wer hingegen nicht viel mit Düften anfangen kann, könnte an einigen Stellen etwas abschweifen.
Alles in allem ist „Commissaire Marquanteur und die Zypressen“ ein hervorragend durchdachter Krimi, der mit ungewöhnlichem Setting und feinen Charakterzeichnungen punktet. Wer Lust auf einen Krimi mit Pfiff, französischem Flair und einer Prise Poesie hat, sollte hier unbedingt reinschnuppern.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen – ein duftig-spannendes Leseerlebnis, das neugierig macht auf mehr.