Der letzte Ausritt - Vino, Mord und Bella Italia!, Folge 9 (Ungekürzt)
Kritik
Kaum hat man sich auf dem Reiterhof La Selva eingelebt, da knallt es auch schon – und zwar ordentlich. In „Der letzte Ausritt - Vino, Mord und Bella Italia!, Folge 9“ entführt uns das Autor.duo Christian Homma & Elisabeth Frank wieder mitten hinein in die sonnendurchflutete Toskana, wo zwischen Weinbergen und Pferdeställen nicht alles so ruhig bleibt, wie man es sich wünscht. Die Idylle wird brutal durchbrochen, als Lorenzo Rivierto tot im Wald gefunden wird – ein vermeintlicher Reitunfall, der schnell zur kniffligen Mordermittlung wird.
Anna Wagner, die sich längst als charmante Amateurdetektivin etabliert hat, ist mit Herz und Seele dabei, zusammen mit Commissario Vico Martinelli das Netz aus Lügen und Geheimnissen auf La Selva zu entwirren. Die Figuren überzeugen durch ihre Vielfalt und Tiefe: Neben Anna punktet vor allem die dynamische Spannung zwischen ihr und dem grummeligen Commissario, die der Geschichte zusätzlich Pfeffer verleiht. Das Ensemble vom Hufschmied bis zur mysteriösen Tierphysiotherapeutin fühlt sich lebendig und authentisch an – mit ihren Ecken, Kanten und verborgenen Motiven.
Was wirklich gefällt ist der erzählerische Flow, der trotz eines komplexen Falls leichtfüßig bleibt. Homma und Frank schaffen es, das italienische Flair so knackig einzufangen, dass man fast die Sonne auf der Haut spürt und das Aroma von Chianti riecht. Die Geschichte ist gespickt mit feinen Details, die Fans von Italo-Krimis und Genuss gleichermaßen schätzen werden.
Ein kleiner Wermutstropfen ist vielleicht, dass die Vielzahl der Verdächtigen manchmal fast ein wenig zu viel wird und die Handlung stellenweise etwas langatmig wirkt. Aber hey, wahre Krimi-Liebhaber:innen lieben genau diese verworrenen Pfade, auf denen man sich auch mal kurz verirrt. Und wer einfach mal in eine entspannte, aber spannende Detektivgeschichte in Bella Italia eintauchen will, liegt hier goldrichtig.
Kurz gesagt: Wer auf gemütlichen Mittelklasse-Krimi mit Urlaubsfeeling in der Toskana steht, gerne miträtselt und starke Charaktere mag, sollte bei „Der letzte Ausritt“ unbedingt reinschauen. Für mich ist die Mischung aus Stimmung, Spannung und sympathischen Figuren ein solides Gesamtpaket.
Bewertung: 4 von 5 Sternen – ein herzliches Empfehlungspferdchen für alle Italienfans mit Mordlust!