Wenn dir das hier gefiel …
Glennkill
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen einfach aus dem Alltag herausreißt – „Glennkill“ von Leonie Swann ist genau so ein Fall. Schon die Idee, einer Herde von Schafen bei der Lösung eines Mordfalls zuzusehen, hat mich sofort gepackt. Wer hätte gedacht, dass Schafe so scharfsinnige Detektive sein können?
Im Mittelpunkt steht Miss Maple, das cleverste Schaf der Herde, das nach dem mysteriösen Tod ihres Schäfers George Glenn nicht locker lässt. Plötzlich sind die gewohnten Abende mit Geschichten vorlesen zu einer spannenden Spurensuche geworden. Swann schafft es, die Perspektive der Tiere so lebendig und charmant darzustellen, dass man als Leser*in unwillkürlich mitfiebert – und nebenbei eine ganz frische Sicht auf die menschlichen Macken bekommt.
Der Sprachstil ist dabei wunderbar leicht und witzig, ohne flach zu wirken. Die Mischung aus Krimi und tierischem Humor macht das Buch zu einem kurzweiligen Vergnügen, das sich fast zu schnell wegliest. Wann hat man schon mal so viel Empathie und Scharfsinn aus dem Mund eines Schafes gehört? Allerdings hätte ich mir stellenweise ein bisschen mehr Tempo gewünscht – gerade im Mittelteil zieht die Handlung sich manchmal, und die vielen Seitenblicke auf Dorfleben und Schaf-Philosophien sind zwar charmant, aber nicht jedermanns Sache.
Wer „Glennkill“ aufschlägt, darf sich auf eine originelle, kluge Geschichte voller Herz und Humor freuen – perfekt für alle, die mal was anderes als den klassischen Krimi lesen wollen und Gefallen an unkonventionellen Protagonisten finden. Für Fans von unaufgeregten, aber intelligenten Geschichten, die mit einer Prise skurrilem Witz daherkommen, ist dieser Roman genau das Richtige.
Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternen. „Glennkill“ ist ein erfrischendes Leseerlebnis mit einer ungewöhnlichen Heldin, das man nicht so schnell vergisst – auch wenn es ab und zu ein bisschen gemächlich voranschreitet. Aber hey, manchmal darf man ja auch einfach gemütlich mitdenken.
Klappentext
Im beschaulichen Glennkill liest der Schäfer George Glenn Abend für Abend seiner Herde Geschichten vor – auch mal einen Krimi. Als er dann selbst leblos im irischen Gras liegt, einen Spaten in der Brust, wissen die Schafe: Das war Mord. Aber wer hat den alten Schäfer umgebracht? Was war das Motiv? Und wie findet man einen Mörder?
Entschlossen suchen die Schafe nach Hinweisen, allen voran Miss Maple, das klügste Schaf der Herde (und vielleicht auch weit und breit). Zum Glück können sie sich von den vielen Geschichten inspirieren lassen, die sie über die Jahre zu hören bekommen haben. Zwischen Dorfkirche und Schäferwagen erwarten sie unzählige Rätsel, die sich nur mit einer Menge Scharf- und Schafssinn lüften lassen – dem Täter stets auf der Spur.
Und so nähert sich die Herde Schritt für Schritt, Huf für Huf, den Geheimnissen und Eigenarten der Menschenwelt …