Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello
Kritik
Manchmal braucht es genau die richtige Geschichte, um sich selbst wiederzufinden – und Melanie Pignitter schafft das mit »Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello« auf ganz leichte, ehrliche Weise. Lena, eine Powerfrau zwischen Vollzeitjob und Familienchaos, ist vielen von uns ziemlich bekannt: Immer auf Hochtouren, immer am Rennen, und doch irgendwann am Ende ihrer Kräfte. Als ihr Körper Stopptaste drückt, nimmt sie widerwillig Abschied von ihrem alten Leben und macht sich mit dem schrulligen Bulli Berta auf nach Italien. Was folgt, ist eine warmherzige Erzählung über das Loslassen, über Fehler, Kaffee am Morgen und jede Menge Pasta – und wie gut es tut, sich selbst neu zu entdecken.
Lena fühlt sich dabei so nahbar und echt, dass man sie gleich ins Herz schließt, ihre Zweifel versteht und mitfiebert, ohne dass es jemals kitschig wird. Pignitters Schreibstil ist leichtfüßig und fließt so entspannt wie ein Glas Limoncello an einem Sommertag – locker, witzig, mit kleinen Momenten zum Schmunzeln und Nachdenken. Besonders gelungen fand ich die Mischung aus charmanten Beschreibungen der italienischen Landschaft und dem Einblick in Lenas innere Reise, die sich nicht in großen Dramen verliert, sondern im Alltag spielt.
Klar, manches wirkt ein bisschen vorhersehbar, und wer auf komplexe Plot-Twists hofft, könnte enttäuscht werden. Aber das will dieses Buch auch gar nicht sein. Es ist eher wie eine kleine Umarmung in Buchform – genau richtig für alle, die sich im Hamsterrad gefangen fühlen und träumen, einfach mal „einfach zu sein“.
Fazit: Ein warmherziger, erfrischender Roman über Selbstfürsorge und den Mut, das Hamsterrad zu verlassen. Wer Lust auf italienisches Flair, sympathische Figuren und eine Portion Lebensweisheit hat, liegt hier genau richtig.
** (4 von 5 Sternen)