Wenn dir das hier gefiel …
Der Markisenmann
Key Facts
Kritik
Manchmal sind es gerade die unerwarteten Begegnungen, die uns das Herz aufgehen lassen – genau so eine Geschichte erzählt „Der Markisenmann“. Die fünfzehnjährige Kim, die ihren Vater bisher nur vom Hörensagen kennt, wird plötzlich mit ihm konfrontiert. Ein Vater, der eher ein liebenswerter Tollpatsch ist als ein Held, und der mit seinen schrulligen Markisen kaum jemandem ein Lächeln entlockt. Gemeinsam stolpern sie durch einen Sommer voller Missverständnisse, Lachen und jener stillen Momente, die Familien so besonders machen.
Jan Weiler gelingt es, die komplexen Gefühle zwischen Vater und Tochter wunderbar authentisch einzufangen. Kim wächst einem ans Herz, weil sie nicht perfekt ist, sondern eben echt – mit all ihren Unsicherheiten und Zweifeln. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, dabei aber geerdet und mit einem feinen Sinn für Humor. Besonders schön: Das Buch schafft es, ganz nebenbei über das Erwachsenwerden, Familiengeheimnisse und das Altern zu sprechen, ohne dabei ins Kitschige abzudriften.
Allerdings hat mich die Handlung streckenweise etwas zäher zurückgelassen. Trotz der sympathischen Figuren fehlte mir an einigen Stellen das gewisse Etwas, das einen regelrecht ins Geschehen hineinzieht. Weniger Drama, mehr Tiefgang hätte dem Ganzen gut getan. Doch die warmherzige Grundstimmung macht das wieder wett.
Wer Lust auf eine leichte, aber berührende Geschichte über Eltern-Kind-Beziehungen und das Leben im Sommer hat, liegt hier richtig – „Der Markisenmann“ ist kein Bestseller für die Ewigkeit, aber ein netter Begleiter für zwischendurch.
3 von 5 Sternen – charmant, mit Potenzial, aber nicht ganz überzeugend.
Klappentext
Ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden.