Der Tod in den Schären - Ein Fall für Anna Glad - Anna Glad ermittelt, Band 2 (Ungekürzt)
Kritik
Schon der erste Satz katapultiert einen direkt in eine Inselwelt, die Ruhe nur vorgaukelt – und zwar so richtig gut gemacht. „Der Tod in den Schären“ erzählt von geheimnisvollen Blutspuren, einem verschwundenen Alten und einem Baby, das einfach so irgendwo auftaucht. Klingt nach einer Kombination, die sofort Fragen provoziert und einen nicht mehr loslässt. Annas Ermittlungen führen uns tief in die düsteren Winkel einer scheinbar idyllischen Küstenlandschaft, während die Spannung stetig steigt.
Anna Glad als Figur ist wunderbar facettenreich: hochschwanger und doch unermüdlich, natürlich auch mal menschlich verletzlich, aber mit einer inneren Stärke, die man einfach gern begleiten möchte. Der Schreibstil von Eva Frantz ist dabei angenehm klar, schnörkellos und doch atmosphärisch dicht – man sieht die blutroten Wellen und fühlt fast eine frische Brise, während man mitfiebert. Besonders beeindruckend fand ich, wie gekonnt die Autorin eine bedrückende Stimmung aufbaut, ohne zu dick aufzutragen.
Was mir ein bisschen gefehlt hat, war an manchen Stellen das gewisse Tempo; manchmal zog sich die Story etwas, was das spannende Setting ein kleines bisschen ausbremst. Aber das ist wirklich meckern auf hohem Niveau, denn das Gesamtpaket stimmt auf ganzer Linie.
Wer Lust auf einen Krimi hat, der nicht nur mit einem cleveren Plot punktet, sondern auch mit starken Charakteren und einer einzigartigen Atmosphäre, ist hier goldrichtig. Für alle Fans von skandinavischen Krimis, die gern auch mal etwas mehr Tiefe und Gefühl erwarten, ist Eva Frantz’ zweiter Fall rund um Anna Glad ein Volltreffer.
4 von 5 Sternen – weil das Kopfkino einfach stimmt, auch wenn der Motor gelegentlich ein bisschen langsam läuft. Absolute Leseempfehlung für alle, die es atmosphärisch und spannend mögen.