Wenn dir das hier gefiel …
Noch fünf Tage
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die erste Seite von „Noch fünf Tage“ aufgeschlagen, spürt man sofort diesen nervösen Puls, der das Buch durchzieht – wie ein Countdown, der unaufhaltsam läuft. Fünf Tage, um ein tödliches Geheimnis aufzudecken, während der eigene Tod wie ein Damoklesschwert über einem hängt – ja, so spannend kann sich ein Thriller anfühlen.
Die Handlung? Mehrschichtig und düster: Beim Silvesterfest auf dem opulenten, kalten Anwesen der Harmans wird aus einem prunkvollen Dinner eine tödliche Falle. Die Spitzenköchin Lis Castrop, die eigentlich nur den Abend kulinarisch begleiten wollte, wird zur einzigen Überlebenden im Mordfall... und gleichzeitig selbst Opfer eines Giftanschlags. In wenigen Tagen muss sie nicht nur ums Überleben kämpfen, sondern auch herausfinden, was hinter dem Anschlag steckt – und welche Rolle sie selbst in den verworrenen Intrigen der Superreichen spielt.
Lis als Protagonistin hat mir richtig gut gefallen: sie ist nicht nur clever und kämpferisch, sondern besitzt auch diese sympathische Mischung aus Verletzlichkeit und Zähigkeit, die man einfach ins Herz schließt. Die Autoren Helena Falke und Thomas Wörtche verstehen es, die Spannung im Stil einer tickenden Zeitbombe aufzubauen, ohne dabei in hektisches Actiongehämmer abzudriften. Der Sprachstil hält die Balance zwischen schnörkellos und atmosphärisch, sodass man sich die frostige Davoser Kulisse und die kaltblütigen Machtspiele bildlich vorstellen kann.
Klar, hier und da hätte ich mir manchmal etwas mehr Tempo gewünscht, gerade wenn die Ermittlungen sich mal etwas ziehen. Und manche Dialoge wirken an manchen Stellen ein wenig konstruiert – aber hey, das trübt den Lesespaß kaum. Am stärksten bleibt bei mir das Kapitelgefühl „Zeitdruck + psychologisches Kammerspiel“, das den Leser bis zur letzten Seite gefangen hält.
Wer Lust auf einen temporeichen Thriller hat, der nicht nur mit einer cleveren Mystery, sondern auch mit einer glaubwürdigen, emotionalen Hauptfigur punktet, sollte „Noch fünf Tage“ definitiv eine Chance geben. Perfekt für alle, die gern in eine spannende Story eintauchen, bei der jede Seite zählt und man einfach nicht abschalten kann.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen – ein solider Pageturner mit kleinen Schwächen, aber vor allem mit großem Herz und Tempo.
Klappentext
In der Silvesternacht im Davoser Familiensitz der milliardenschweren Harmans wird aus dem Festmahl ein Albtraum: Ein Giftanschlag tötet das Ehepaar und seine Kinder. Spitzenköchin Lis Castrop, die das Dinner zubereitet hatte, ist die einzige Zeugin - und sie ist gleichzeitig eines der Opfer: noch am Leben, aber vergiftet.
Fünf Tage bleiben ihr, um den Mord aufzuklären.
Der Countdown läuft und enthüllt immer deutlicher: War Lis nur Kollateralschaden eines mörderischen Plans – oder ist sie tiefer in die Intrigen der Superreichen verstrickt, als sie ahnt?