Lost in Fuseta - Weiße Fracht
Key Facts
Kritik
Manchmal trifft ein Buch genau den richtigen Nerv – und „Lost in Fuseta - Weiße Fracht“ hat mich auf Anhieb gepackt. Dieses Mal entführt Gil Ribeiro uns nicht nur in die charmante Hitze der Algarve, sondern quer durch ein kniffliges Mordrätsel, das clever aufgebaut und wunderbar atmosphärisch erzählt ist.
Leander Lost, dieser Hamburger Kommissar mit Asperger-Syndrom, ist eine Figur, die man einfach ins Herz schließt. Seine manchmal unbeholfenen, oft scharfsinnigen Gedankengänge bringen die Geschichte zum Leben und sorgen immer wieder für kleine, unerwartete Lacher – besonders wenn sein Kollege Carlos mit seinen drastischen Ratschlägen um die Ecke kommt. Das Zusammenspiel der Charaktere ist ein echter Pluspunkt und macht die Story nicht nur spannend, sondern auch richtig sympathisch.
Die Handlung selbst ist gut durchdacht und wirft einiges an Fragen auf, die über den klassischen Mordfall hinausgehen. Zwischen den Zeilen spürt man auch die Liebe des Autors zur portugiesischen Kultur und Landschaft, was mit Sicherheit den einen oder anderen Reisefieber-Moment auslöst. Die Spannung steigt nach und nach, und obwohl das Buch eine gewisse Komplexität hat, verliert es sich nie in zu vielen Details. Ein bisschen hätte ich mir gewünscht, dass manche Passagen etwas flotter erzählt werden, da zogen sich mir ab und an die Szenen leicht in die Länge. Aber hey, das tut dem Gesamtbild kaum einen Abbruch.
Wer auf Krimis steht, die neben Spannung auch Charaktertiefe und einen Hauch von Lokalkolorit bieten, ist hier genau richtig. „Lost in Fuseta - Weiße Fracht“ ist kein simpler Thriller, sondern ein Buch, das mit Herz und Humor wartet – und das merkt man auf jeder Seite.
Kurz gesagt: ein rundum gelungener Krimi für alle, die Geschichten mögen, die mehr können als nur Rätsel lösen. Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternen. Ein Buch, das Lust auf mehr macht und definitiv eine Empfehlung wert ist.
Klappentext
Ende Juli. An der Algarve herrscht brütende Hitze, nicht nur die streunenden Katzen Fusetas meiden jegliche Aktivität, als plötzlich zwei Morde, deren Opfer auch auf den zweiten Blick nicht miteinander in Verbindung zu stehen scheinen, dem Team um Leander Lost Rätsel aufgeben. Bis im benachbarten Spanien ein ehemaliger Drogenboss aus dem Gefängnis entlassen wird …
Kann es tatsächlich sein, dass sie ihn liebt? Ihn? Einen mit Asperger-Syndrom? Der Kuss von Soraia Rosado am Flughafen von Faro hat Leander Lost, den Hamburger Kommissar in Diensten der portugiesischen Polícia Judiciária, in große Verwirrung gestürzt – und die Tipps in Sachen Liebe, mit denen ihn sein Kollege Carlos Esteves versorgt, sind nicht unbedingt hilfreich. Doch dann wird in Fuseta die Leiche des deutschen Aussteigers Uwe Ronneberg gefunden, und Leander Lost mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Denn überraschend tauchen zwei seiner Kollegen aus Hamburg auf – Amtshilfe ersuchen. Im nah gelegenen Tavira ereignet sich ein weiterer Mord, Opfer ist die Lehrerin Isamara Alves. Und über allem schwebt als Damoklesschwert die drohende Rückkehr Losts nach Deutschland …
Auch im dritten Band seiner Bestseller-Reihe präsentiert uns Gil Ribeiro eine großartige Mischung aus Spannung, fantastischen Figuren, einer guten Portion Humor und viel Liebe für die portugiesische Lebensart und die Landschaft der Algarve.